NRW-Integrationsrat Tayfun Keltek will Türkisch statt Englisch an Grundschulen unterrichten lassen

„Englisch komplett abschaffen“: NRW-Integrationsrat fordert Türkisch- statt Englisch-Unterricht an Grundschulen

Ein Vorstoß des NRW-Landesintegrationsrats dürfte für Diskussionen sorgen. Der Vorsitzende Tayfun Keltek fordert, an Grundschulen künftig Polnisch, Russisch und Türkisch zu unterrichten - und Englisch dafür wegfallen zu lassen.

Der Vorsitzende des NRW-Landesintegrationsrats, Tayfun Keltek, hat sich für mehr Unterricht in Türkisch, Polnisch und Russisch an Grundschulen ausgesprochen. „Ich bin dafür, den Englisch-Unterricht an Grundschulen ganz abzuschaffen - nicht nur in den ersten beiden Schuljahren“, sagte Keltek dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Das nordrhein-westfälische Schulministerium plant, das Fach Englisch nicht mehr in der ersten und zweiten Klasse zu unterrichten, wie die Zeitung unter Verweis auf Koalitionskreise berichtete. Keltek erklärte, die Kinder könnten das Grundschul-Englisch auch „innerhalb von drei Wochen an einer weiterführenden Schule“ lernen.

Er plädierte dafür, stattdessen mehr auf muttersprachliche Kenntnisse der verschiedenen Grundschulkinder zu setzen. Jedes dritte Kind in Nordrhein-Westfalen habe einen Migrationshintergrund. „Sie sprechen zum Beispiel türkisch, russisch, polnisch“, sagte Keltek. „Für die deutschen Kinder wäre es einfacher, sie würden diese Sprachen erlernen.“

Zugleich hätten die Kinder mit Migrationshintergrund mehr Zeit, sich auf das Deutsche zu konzentrieren. „Es wäre besser, die Kenntnisse in der Muttersprache und in Deutsch zu vertiefen, dann fällt ihnen später auch das Englische leichter“, sagte Keltek der Zeitung.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) will dem Bericht zufolge in den nächsten Wochen ihre Ziele für die Grundschulen vorstellen. In den Lehrplänen soll demnach künftig mehr Zeit für Deutsch und Mathematik vorgesehen werden.

(mja/epd)
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