1. NRW
  2. Landespolitik

NRW-Innenminister warnt vor Corona-Tests an der Haustür

Kriminalität in der Coronakrise : Innenminister warnt vor Corona-Tests an der Haustür

Der Bußgeldkatalog sieht drastische Strafen bei Verstößen gegen das Ansammlungsverbot vor. 219 registrierte der NRW-Innenminister seit Montag dennoch.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat vor Trickbetrügern mit einer neuen Masche gewarnt. Es gebe das Phänomen, dass Corona-Tester an Haustüren klingelten, um an das Geld insbesondere älterer Menschen zu kommen. „Das ist der Enkeltrick im weißen Kittel“, sagte Reul am Donnerstag. Während der große Teil der Bevölkerung sich an die Regeln halte, entstünden durch die Coronakrise zugleich neue Formen der Kriminalität. Reul zählte dazu den Verkauf von vorübergehend knappen Gütern des täglichen Gebrauchs zu Wucherpreisen im Internet. Auch forderte er die Eltern auf, die Aktivitäten ihrer Kinder im Internet genau zu beobachten. Angesichts der vielen Freizeit bestehe die erhöhte Gefahr, Opfer von Mobbing oder sexuellen Übergriffen zu werden.

Auf der anderen Seite registriert der Innenminister einen Rückgang von rund einem Drittel im Vergleich zum Vorjahr bei Wohnungseinbrüchen und Taschendiebstählen. Auch die Zahl der Raubüberfälle und Verkehrsunfälle sei deutlich gesunken. Zur Entwicklung der häuslichen Gewalt gebe es noch keine Zahlen.

Die am Montag erlassene Kontaktsperre werde ganz überwiegend eingehalten. 219 Verstöße gegen das Versammlungsrecht wurden trotz hoher Bußgelder festgestellt, weitere 30 Verstöße betrafen Handel, Gewerbe und Hotelbetriebe. Seit Montag dürfen sich nicht mehr als zwei Personen im öffentlichen Raum versammeln. Ausgenommen von dem Verbot sind Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen. Wie viele Strafanzeigen und Bußgelder bisher verhängt wurden, konnte Reul noch nicht beziffern.

Zu den drastischsten Verstößen zählte ein gemeinsames Training von 20 Freizeitsportlern auf einem Spielplatz in Bochum. Als sie sich weigerten aufzuhören, nahm die Polizei sie mit auf die Wache. In Oberhausen trafen sich vier junge Erwachsene auf einem Parkplatz. Als sie von Umstehenden angesprochen wurden, husteten sie diese an.

Auch rund um Käufe von Toilettenpapier kam es zu Problemen. Als eine 69-Jährige mehr als zwei Pakete in einem Kölner Drogeriemarkt kaufen wollte, habe sie einen Mitarbeiter mit einem gezielten Schlag verletzt.

(kib)