CDU-Landesparteitag: NRW-Innenminister Reul lehnt Rücktritt wegen Pannen im Fall Lügde ab

CDU-Landesparteitag : NRW-Innenminister Reul lehnt Rücktritt wegen Pannen im Fall Lügde ab

Der Missbrauchsskandal in Lügde hat NRW erschüttert. Immer wieder werden Rücktrittsforderungen gegen Innenminister Herbert Reul laut. „Da kann ich nicht mit dienen im Moment“, sagte er am Samstag bei einem Landesparteitag der CDU in Düsseldorf.

Auch bei der Polizei passierten Fehler, räumte er ein. „Es gehört dazu, dass der Chef sagt: So geht es nicht, das müssen wir ändern.“ Dass ihm deswegen vorgeworfen werde, er kritisiere alle Polizisten, sei aber „großer Quark“. Tatsächlich machten rund 40.000 Polizisten in Nordrhein-Westfalen „einen Super-Job“. Natürlich seien aber „noch nicht alle Probleme vom Tisch“.

Im Februar hatte Reul für Wirbel gesorgt, als er im Innenausschuss des Landtags gesagt hatte: „Meine Oma hätte gemerkt, dass da was nicht stimmt.“ Damit hatte er Kritik zahlreicher Polizisten hervorgerufen.

Bei der Aufdeckung des massenhaften Kindesmissbrauchs auf dem Campingplatz im lippischen Lügde war es zu zahlreichen Fehlern und Versäumnissen der Polizei gekommen.

Die SPD-Opposition hatte Reul daraufhin zum Rücktritt aufgefordert. Außerdem hatte der Kinderschutzbund den Innenminister für seinen Umgang mit dem Missbrauchsfall in Lügde kritisiert.

Auf dem Campingplatz soll ein 56-jähriger Dauercamper mit einem Komplizen (33) über Jahre hinweg Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Die beiden Verdächtigen sowie ein 48-Jähriger aus dem niedersächsischen Stade sitzen in Untersuchungshaft.

Nach den Taten hatte Reul eine Parzelle auf dem Campingplatz in Lügde abreißen lassen, nachdem die Ermittler den Tatort freigegeben hatten. Bei den Arbeiten waren allerdings mehrfach weitere Datenträger aufgetaucht.

(mba/dpa)
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