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NRW-Handwerk warnt vor Fachkräfte-Katastrophe

Appell an Landespolitik : NRW-Handwerk warnt vor Fachkräfte-Katastrophe

Der Westdeutsche Handwerkskammertag zeichnet in einem Brief an seine Mitglieder und Entscheider in der Landespolitik ein dramatisches Bild. Die Politik müsse stärker die berufliche Bildung in den Fokus nehmen.

Der Westdeutsche Handwerkskammertag hat mit warnenden Worten die Politik aufgefordert, mehr Anstrengung zur Bekämpfung des Fachkräftemangels zu unternehmen. In einem Brief an seine Mitglieder und Vertreter der Landespolitik, der unserer Redaktion vorliegt, fordern WHKT-Präsident Berthold Schröder und Hauptgeschäftsführer Matthias Heidmeier, die politischen Parteien müssten erkennen, dass es nur mit dem Handwerk, seinen 190.000 Betrieben und mehr als 1,2 Millionen Beschäftigten in NRW die notwendige Transformation hin zu mehr Klimaschutz geben könne. „Nicht nur im Bereich der Gebäudesanierung gilt: Ohne das Handwerk sind die Klimaziele nicht zu erreichen.“

Allerdings steht das Handwerk vor einem gewaltigen Problem: „Die Fachkräfte-Frage bereitet uns allergrößte Sorge“, schreibt der WHKT. Die Entwicklung der vergangenen Jahre und Jahrzehnte werde den enormen Zukunftschancen des Handwerks in keiner Weise gerecht. „Experten sprechen bereits von einer sich anbahnenden Fachkräfte-Katastrophe im Handwerk. Junge Menschen suchen ihre Perspektiven zu selten in der beruflichen Bildung. Mit Milliarden-Investitionen ist der Wissenschaftsstandort NRW in den vergangenen Jahren international an die Spitze gelangt.“ NRW könne auf exzellente Studienbedingungen verweisen. „Diese Entwicklung ist gut und wichtig für unser Land. Doch wir müssen uns in NRW und der gesamten Bundesrepublik endlich in gleicher Weise um die berufliche Bildung kümmern.“ Die Branchenvertreter weisen auf die deutlich zu hohe Zahl der Studienabbrecher hin. Viele dieser jungen Menschen fehlen im Handwerk und würden enorme Aufstiegschancen verpassen.

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Der WHKT fordert deshalb einen Paradigmenwechsel zugunsten der beruflichen Bildung. „Drei Punkte sind dafür zunächst entscheidend: Mehr Geld für die berufliche Bildung insgesamt, bessere Steuerung der Berufskollegs im Sinne der dualen, betrieblich verantworteten Ausbildung sowie die weitere Verbesserung der Berufsorientierung in allen Schulformen.“