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NRW: Gewalt gegen Flüchtlingsheime "auffallend" gestiegen

NRW : Gewalt gegen Flüchtlingsheime "auffallend" gestiegen

Die Zahl der Straftaten gegen Asylbewerberheime in Nordrhein-Westfalen ist laut Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) "auffallend" gestiegen. Im vergangenen Jahr wurden 29 solcher Delikte verübt, teilte Jäger am Montag dem Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags mit.

Demnach versuchten insbesondere Rechtsextremisten mit Übergriffen, Aufmärschen, Hetzparolen und Schmierereien gegen Flüchtlings-Einrichtungen "mediale Aufmerksamkeit" zu erlangen. Durch gezielte Agitation wollten sie die in Teilen der Bevölkerung vorhandenen Ängste und Vorbehalte gegen Zuwanderer verstärken. Um Straftaten gegen Flüchtlinge wirkungsvoll zu begegnen, bedürfe es einer "nachhaltigen Bekämpfung" des Rechtsextremismus, so der Minister.

Von der Polizei wurden in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr 892 fremdenfeindliche Straftaten registriert. Davon richteten sich 120 Delikte konkret gegen Asylbewerber und Flüchtlinge. Allein in den ersten sechs Wochen dieses Jahres zählte die Polizei acht weitere Straftaten gegen Asylbewerberheime. Zu dem gravierendsten Vorfall kam es am 6. Februar in Dortmund, wo etwa 40 Anhänger der Partei "Die Rechte" mit Fackeln vor einem örtlichen Asylbewerberheim aufmarschierten, Parolen wie "Ausländer raus" skandierten und Böller gegen das Gebäude warfen.

Der Staatsschutz der Aachener Polizei ermittelt gegen fünf Beschuldigte, die am 27. Januar im rheinischen Wassenberg drei Flüchtlinge mit Fäusten und Schlagstöcken malträtiert haben sollen. Die zwischenzeitlich identifizierten Täter, die während ihres Übergriffs wiederholt "Heil Hitler" riefen, werden der rechten Szene zugeordnet.

Im westfälischen Porta Westfalica beschossen nach Angaben des Innenministeriums am 17. Januar bislang unbekannte Täter eine kommunale Unterbringungs-Einrichtung mit Farbkugeln, sogenannten "Paintbällen"

In Köln zogen fünf Jugendliche in der Nacht zum 25. Januar lärmend vor ein Flüchtlingsquartier und traten lautstark gegen den Zaun der Einrichtung. Dabei riefen sie "Heil Hitler" und "Verbrenn mal einer die Scheiß-Zigeuner". Weitere Übergriffe mit rechten Hassparolen wurden Anfang dieses Jahres auf Asylbewerberunterkünfte in Bochum, Schwerte und Kevelaer registriert.

Hier geht es zur Infostrecke: NRW: Gewalt gegen Flüchtlingsheime 2015

(KNA)