NRW-Gesundheitsminister Laumann hat nichts zu verlieren.

Kommentar zur Gesundheitsreform: Laumann setzt Reform der Kliniken durch

An einer echten Reform der Krankenhauslandschaft in NRW sind schon viele Gesundheitsminister gescheitert. Karl-Josef Laumann will es trotzdem versuchen. Und er meint es ernst.

Die Not schweißt zusammen: Ein Gesundheitsminister, der eine Krankenhaus-Reform inklusive Standortschließungen und Kooperationszwang vorbereitet, stößt bei den Betreibern auf Verständnis. In früheren Jahren wären Bürgermeister, Krankenhaus-Betreiber, Patienten- und Ärzteverbände längst auf den Barrikaden. Aber heute sind die potenziellen Gegner der Reform schon froh, wenn sie wenigstens ein bisschen mitreden dürfen. Die Branche backt erstaunlich kleine Brötchen.

Dazu hat sie Grund. Weil die Krankenhäuser dringend notwendige Strukturreformen in den zurückliegenden Jahren nur halbherzig angepackt haben, steht vielen jetzt das Wasser bis zum Hals. Die Gewinne brechen weg, und das Personal auch: Vor allem in der Pflege haben die Krankenhäuser versäumt, rechtzeitig genügend Nachwuchs aufzubauen.

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Politiker, die Krankenhäuser schließen, stehen schnell am Pranger. Aber NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann ist ein sehr erfahrener Gesundheitsminister. Mit seinen 61 Jahren schielt er auch nicht mehr auf eine weitere politische Karriere. Er wird seine Reform durchsetzen. Am Ende wird NRW weniger Krankenhäuser haben, die besser spezialisiert sind und in der Summe weniger kosten. Gut so.

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