NRW erhöht Ermittlerzahl gegen Kinderpornografie

20 neue Stellen : NRW erhöht Ermittlerzahl gegen Kinderpornografie

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will die Zahl der Ermittler gegen Kinderpornografie im Landeskriminalamt mehr als verdoppeln - und zwar von 12 auf 32 Beamte.

Bislang sind zwölf Beamte vorwiegend mit der Sichtung und Bewertung von Fotos und Filmen mit kinderpornografischem Inhalt zuständig, in Kürze sollen es 32 sein, wie ein Sprecher des Düsseldorfer Innenministeriums dem Evangelischen Pressedienst am Montag bestätigte. Die Stellenausweitung habe Innenminister Herbert Reul (CDU) bereits im Herbst 2018 nach einem Besuch des LKA angeordnet, also vor Bekanntwerden des Missbrauchsskandals von Lügde. Derzeit würden geeignete Bewerber ausgewählt. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatte zuerst über die personelle Aufstockung berichtet.

Dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ sagte der Minister: „Kinderpornografie ist inzwischen ein Massenphänomen, das wir noch viel stärker bekämpfen müssen als bisher. Das ist mir ein persönliches Anliegen.“

Zusätzlich zur Stellenausweitung hat das Innenministerium eine landesweite Arbeitsgruppe eingesetzt, die weitere Vorschläge erarbeiten soll, wie Kinderpornografie in NRW künftig noch effektiver bekämpft werden kann. Gesucht werde unter anderem nach einer leistungsstarken Software zur Unterstützung der Ermittler bei der Auswertung enormer Datenmengen, erläuterte der Ministeriumssprecher.

Zudem habe nach Ostern auch die zuvor angekündigte „Stabsstelle Kindesmissbrauch und Kinderpornografie“ im Ministerbüro des Innenministeriums ihre Arbeit aufgenommen. Diese Stabsstelle soll die Strukturen in der Polizei untersuchen und Vorschläge machen, wie besser in Fällen von Kindesmissbrauch und Kinderpornografie ermittelt werden kann. Die Stabsstelle leitet Kriminaldirektor Ingo Wünsch, der Sonderermittler im Fall Lügde.

(zim/epd)
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