NRW: Ein sinnvoller Vorstoß beim Unterrichtsausfall

Stichprobe an allen Schulen : Ein sinnvoller Vorstoß beim Unterrichtsausfall

Es bewegt sich also doch was in der Frage, wie in Nordrhein-Westfalen der Unterrichtsausfall erfasst werden soll. Ein aussichtsreicher Vorschlag plädiert dafür, dass alle Schulen je einmal im Jahr an einer Stichprobe teilnehmen, die über das ganze Schuljahr läuft. Das wäre gut.

Je mehr Schulen mitmachen und je größer der Zeitraum ist, der erfasst wird, desto höher die Akzeptanz der Stichprobe. Warum die Bewegung erst jetzt kommt, obwohl das Problem seit Jahren die Gemüter erhitzt, ist allerdings unverständlich — weil sie auf die Bildungskonferenz warten will, reagiert die Schulministerin zu spät.

Trotzdem: Die ausgeweitete Stichprobe könnte sich als sinnvoller Kompromiss erweisen. Alle Beteiligten sollten positiv an das neue Verfahren herangehen und es nicht bloß als defizitäre Durchgangsstufe auf dem Weg zur Totalerfassung sehen.

Wichtig ist aber auch noch eine bessere Definition: Was ist Unterrichtsausfall? Vielleicht setzt sich hier ja die Erkenntnis durch, dass es neben "ausgefallen" und "nicht ausgefallen" eine dritte Kategorie gibt: wenn die Schüler sich in der Schule beschäftigen, aber eben nicht unterrichtet werden — das berühmt-berüchtigte eigenverantwortliche Arbeiten. Das als eigene Zwischenstufe auszuweisen, wäre nur fair.

(fvo)
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