Pläne für den Kindergarten: NRW-CDU will verpflichtendes "Lernjahr"

Pläne für den Kindergarten : NRW-CDU will verpflichtendes "Lernjahr"

Die nordrhein-westfälische CDU will dem Eintritt in die Grundschule zukünftig ein verpflichtendes "Lernjahr" im Kindergarten vorschalten. Dies geht aus einem Entwurf für die neuen schulpolitischen Leitsätze der NRW-CDU hervor, der am Mittwoch in Düsseldorf bekannt wurde.

Ein der Grundschule vorangestelltes Lernjahr bringe "nachweislich gerade für Kinder aus bildungsfernen Schichten und für Kinder mit Zuwanderungshintergrund" große Vorteile, heißt es in dem 13-seitigen CDU-Papier, das den Titel "Schulvielfalt statt Schuleinfalt" trägt. Mit der Einführung eines "Lernjahres" tritt die CDU für ein "früheres gemeinsames Lernen" ein.

In ihrem Entwurf bekennt sich die NRW-CDU angesichts des bevorstehenden Schülerrückgangs zu einer "ordnungspolitischen Wende" in der Schulpolitik und zu einer verstärkten "Zusammenarbeit von Schulformen" im bevölkerungsreichsten Bundesland. Im Schuljahr 2020 werde es ein Viertel weniger Schüler in der Sekundarstufe I geben als heute. Deshalb könnten die Herausforderungen der Bildungspolitik nur bewältigt werden, wenn sie als "Ordnungspolitik" verstanden werde, heißt es in dem Entwurf. Er soll auf dem Landesparteitag der NRW-CDU am 6. November in Bonn erstmals vorgelegt und nach Diskussionen auf acht CDU-Regionalkonferenzen am 18. Dezember 2010 von einem Schulkongress der Landespartei verabschiedet werden.

Haupt- und Realschulen sollen zusammengehen

Um ein ortsnahes Schulangebot trotz des Schülerrückgangs vor allem in ländlichen Regionen weiterhin gewährleisten zu können, schlägt die NRW-CDU "den organisatorischen Zusammenschluss von Hauptschulen und Realschulen" vor. Zugleich soll ein Zusammenschluss von Hauptschulen und Gesamtschulen zu "Aufbauschulen der Sekundarstufe I" möglich sein. Die Erweiterung einer Hauptschule um einen Realschulzweig ist für die CDU ebenso denkbar wie die Erweiterung einer Realschule um einen Hauptschulzweig. In dem CDU-Papier wird dieses Konzept als "Vielfalt im Wandel" beschrieben. Eine Änderung der Schulform sei "kein Selbstzweck", müsse "regional unabweisbare Gründe" haben und könne "nur im regionalen Konsens geschehen".

Eine eindeutige Absage erteilt die Landes-CDU der von der rot-grünen Landesregierung favorisierten "Gemeinschaftsschule", in der in den Klassen fünf und sechs alle Bildungsgänge schulformübergreifend unterrichtet werden sollen. "Die CDU Nordrhein-Westfalen will kein vollständig integratives System", heißt es dazu in den Papier. Eine Abschaffung des "vielfältigen Schulsystems" sei mit der CDU nicht möglich. Allerdings erklären sich die Christdemokraten bereit "zu einem offenen Dialog über alle Maßnahmen, die zu einer Verbesserung der Qualität von Schule führen".

Hier geht es zur Infostrecke: Schulsystem-Chaos in Deutschland

(KNA/felt)