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Politischer Aschermittwoch: NRW-CDU attackiert Steinbrück

Politischer Aschermittwoch : NRW-CDU attackiert Steinbrück

Die Rednerhonorare von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück haben den anderen Parteien beim politischen Aschermittwoch in Nordrhein-Westfalen reichlich Stoff geliefert. Steinbrück selbst ging auf das Thema nicht ein und attackierte die CDU. Bei der SPD-Veranstaltung in Schwerte zeigte er sich zuversichtlich, nach der Bundestagswahl im September mit einer rot-grünen Koalition an die Regierung zu kommen.

Bereits zum zwölften Mal beging die CDU Nordrhein-Westfalen ihren Politischen Aschermittwoch im sauerländischen Kirchveischede - mit über 500 Besuchern. CDU-Landeschef Laschet bezog auch zum Rücktritt von Papst Benedikt XVI. Position. "Ich habe in den letzten Tagen viel Häme über den Papst gehört", kritisierte der CDU-Chef. "Wir haben zurecht gelernt: religiöse Gefühle müssen respektiert werden: jüdische, islamische...Aber ich erwarte, dass wir jetzt auch über religiöse Gefühle von Katholiken reden!"

"Per Überweisung oder per Scheck - Hauptsache Peer Steinbrück", sagte der Generalsekretär der Landes-CDU, Bodo Löttgen. In der SPD werde vielerorts bereits darüber nachgedacht, die Verkehrsschilder "Achtung Krötenwanderung" zu verbieten, weil "dieser andauernde Hinweis auf das einnehmende Wesen ihres Kandidaten verfrühte Wahlwerbung der CDU" sei.

Auch die Spitzenkandidatin der NRW-Grünen für die Bundestagswahl, Ex-NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn, nahm Steinbrück aufs Korn. Steinbrück habe ihr als Ministerpräsident oft lange Vorträge gehalten, "ohne auch nur einen Euro zu nehmen". Höhn verband die Erinnerung an die gemeinsame Regierungszeit in Düsseldorf mit einem Bekenntnis zu Rot-Grün nach der Bundestagswahl: "Lieber noch mal mit Peer, als der Merkel hinterher."

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Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, der den erkrankten FDP-Landeschef Christian Lindner beim Aschermittwoch der Liberalen in Herne vertrat, ließ sich einen Seitenhieb auf Steinbrück ebenfalls nicht entgehen. Die FDP werde bei der Bundestagswahl dem SPD-Kandidaten "den sozialen und finanziellen Abstieg ins Kanzleramt ersparen", sagte Bahr nach Angaben eines Parteisprechers.

In Schwerte zog SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück zur Melodie von "When the saints go marching in" in den großen Festsaal der Gaststätte "Freischütz" ein. In seiner 55-minütigen Rede forderte der frühere NRW-Ministerpräsident die NRW-SPD auf, um jede Stimme zu kämpfen. "Ich setze nicht auf Platz, ich will gewinnen", rief Steinbrück den 750 Parteifreunden zu. Diesmal komme darauf an, die Kernwähler zu mobilisieren, die 2009 zu Hause geblieben sein. In der Industriepolitik werde es auch Auseinandersetzungen mit den Grünen geben. "Unsere Wählerschaft ist nicht nur im öffentlichen Dienst beschäftigt, sondern auch in den Betrieben", erklärte der Kanzlerkandidat unter stürmischem Beifall. Steinbrück räumte ein, die Niederlage bei der Landtagswahl 2005 sei eine "Narbe auf dem Rücken", die der Sieg von Hannelore Kraft im Jahr 2010 "erträglicher" gemacht habe. Seinen Kritikern empfahl Steinbrück einen "Ironie-Decoder."

(lnw/felt)