NRW: Azubis fahren künftig billiger mit Bus und Bahn

571 Millionen Euro : Land will Billig-Ticket für Azubis noch 2019 einführen

Gute Nachrichten für die 300.000 Auszubildenden in NRW: Das Land ist bei der Einführung des Azubi-Tickets auf der Zielgeraden. Es soll wohl noch in diesem Jahr eingeführt werden.

Rund 300.000 Auszubildenden sollen schon bald vergünstigt mit Bussen und Bahnen durch NRW fahren können. Nach Informationen unserer Redaktion ist die Einführung eines verbilligten „Azubi-Tickets“ mit landesweiter Gültigkeit noch in diesem Jahr geplant. Eine Sprecherin des NRW-Verkehrsministeriums bestätigte auf Anfrage: „Das Land hat eine Lösung erreicht, die noch unter dem Vorbehalt der Gremien der Verkehrsverbünde steht. Voraussichtlich wird ein landesweites Azubi-Ticket noch in diesem Jahr eingeführt.“ Die Zustimmung der Gremien gilt als Formsache. Die Sprecherin bestätigte, dass zur Subventionierung des Tickets fünf Millionen Euro im Landesetat reserviert seien.

Ein „Semester-Ticket“ für Studenten gibt es bereits. Wohl auch deshalb hatten CDU und FDP in ihrem Koalitionsvertrag versprochen: „In Abstimmung mit Nahverkehrsverbünden und Arbeitgebern wollen wir den Rechtsrahmen zur freiwilligen Einführung eines „Azubi-Tickets“ schaffen.“ Wie im Umfeld des Verkehrsministeriums zu erfahren ist, wird das Ticket zwar nicht die gänzlich kostenlose Nutzung von Bussen und Bahnen erlauben, es soll aber einen „sehr deutlichen Preisnachlass“ bedeuten, so ein mit dem Vorgang vertrauter Insider. Ähnlich wie das Studenten-Ticket soll auch das Azubi-Ticket nicht nur für Strecken vom Wohn- zum Arbeitsort sondern auch für private Fahrten gelten.

Die Verhandlungen zum Azubi-Ticket zwischen NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) und den Verkehrsverbünden waren zuletzt ins Stocken geraten, weil die Verkehrsverbünde unterschiedliche Ansprüche hinsichtlich ihres jeweiligen Anteils an den Landessubventionen angemeldet haben sollen. Dem Vernehmen nach warfen die Verkehrsverbünde ländlicher Räume - wie der Verkehrsverbund Ostwestfalen Lippe - in die Waagschale, dass ihre Passagiere in der Regel längere Strecken zurücklegen würden. Ballungsraum-Verkehrsverbünde wie der Verkehrsverband Rhein-Ruhr wiederum sollen ein größeres Stück vom Kuchen gewollt haben, weil sie mehr Passagiere befördern. Nun ist Wüst offenbar eine Einigung mit den Verbünden gelungen. Details will er am Mittwochmorgen mitteilen.

Mehr von RP ONLINE