NRW-AfD streitet wegen Höcke-Auftritt

Vertreter des rechten Flügels: NRW-AfD streitet wegen Höcke-Auftritt

Wegen eines Auftritts des Rechtsaußen Björn Höcke streitet die AfD in NRW. Ein Vorstandssprecher in NRW beschuldigt einen eher gemäßigten Kollegen als Spalter - und freut sich auf Höcke.

Die Führung der AfD in NRW hat sich wegen eines geplanten Redeauftritts des AfD-Rechtsaußen Björn Höcke am Freitag in Bottrop total zerstritten. Helmut Seifen, einer der zwei AfD-Landesvorsitzenden, distanziert sich von dem Auftritt. Seifen, Landtagsabgeordneter und Vertreter des eher gemäßigten Flügels, überzeugte am Dienstagabend den Landesvorstand seiner Partei davon, eine negative Haltung zu dem Auftritt einzunehmen, berichten Insider. In einem Brief an die Mitglieder erklärt der Landesvorstand mit Mehrheit, er solidarisiere sich mit dem Bottroper AfD-Verband, der die Durchführung der Veranstaltung in seiner Stadt „missbilligt und ablehnt.“ Denn seltsamerweise hat die AfD in Münster das Treffen in Bottrop organisiert – was der Landesvorstand als „unkollegial“ kritisiert.

Die Kritik an der Höcke-Veranstaltung hat nun wiederum den zweiten Vorstandssprecher der AfD in NRW, Thomas Röckemann, derart enttäuscht, dass der Seifen öffentlich in einer Presseerklärung attackiert: Der spalte die Partei, weil er eine Distanzierung von Höcke durchgesetzt hatte, obwohl dieser Spitzenkandidat der AfD für die Landtagswahl in Thüringen sei. Ein Jahr nach dem „verräterrischen Austritt von Markus Pretzell aus der AfD“ schwebe dessen „spalterischer Ungeist“ noch immer durch NRW, so Röckemann. Er selbst freue sich „sehr“ auf die Veranstaltung in Bottrop. Auch Röckemann sitzt im Landtag.

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Zur Erinnerung: Pretzell hatte mit seiner Ehefrau Frauke Petry im September 2017 die AfD verlassen weil ihm der Einfluss des sehr rechten Flügels um Björn Höcke zu groß wurde. Petry war Bundesvorsitzende der AfD bis dahin.

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