NRW-AfD sagt Parteitag wegen Sicherheitsbedenken ab

Beschluss des Landesvorstandes : NRW-AfD sagt Parteitag wegen Sicherheitsbedenken ab

Der Parteitag der NRW-AfD sollte am Wochenende im oberbergischen Wiehl stattfinden. Der Grund für die Absage sind Sicherheitsbedenken, sagte Landesvorsitzender Martin Renner. Die Polizei widerspricht.

Man habe Sorge, Delegierte und Gäste nicht schützen zu können. Für beide Tage hatten verschiedene Bündnisse Demonstrationen mit bis zu 1500 Teilnehmern angekündigt. Die AfD habe Hinweise, dass "der Schwarze Block oder aggressive Antifa-Gruppen" sich unter friedliche Demonstranten mischen könnten, sagte Renner am Donnerstag kurz nach einem entsprechenden Beschluss des Landesvorstands.

Die Fußwege vom Parkplatz bis zur Tagungshalle seien recht weit. Die Partei sei in Sorge, Delegierte, Mitglieder und Gäste nicht schützen zu können. Das sei kein Misstrauen gegenüber der Polizei, mit der man gut kooperiert habe.

Die AfD versuche, den Parteitag in vier oder fünf Wochen nachzuholen. "Wir müssen eine Örtlichkeit finden, wo man eine bessere Sicherheitskonzeption hat", sagte Renner. Der WDR hatte zuvor über die Absage berichtet.

Aus Sicht der Polizei war der zweitägige Parteitag aber "zu keinem Zeitpunkt gefährdet". Man habe sich "umfassend auf den Einsatz vorbereitet und bei der Einsatzkonzeption verschiedene Szenarien berücksichtigt, wodurch die Durchführung der geplanten Veranstaltungen gesichert ist", teilte sie mit.

Die zerstrittene NRW-AfD, mit gut 4500 Mitgliedern stärkster Landesverband der rechtspopulistischen Partei, wollte sich in Wiehl nach dem Austritt mehrerer Vorstandsmitglieder neu aufstellen. Bei dem Treffen sollte unter anderem ein Nachfolger für den aus der Partei ausgetretenen Ex-Landesvorsitzenden Marcus Pretzell gewählt werden. Auch Ex-Schatzmeister Frank Neppe hatte die AfD verlassen.

(ate/dpa/lnw)
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