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Neue Aufgabe für NRW-Finanzminister?: Norbert Walter-Borjans als Kölner OB im Gespräch

Neue Aufgabe für NRW-Finanzminister? : Norbert Walter-Borjans als Kölner OB im Gespräch

In der Kölner SPD gibt es eine Diskussion um eine mögliche OB-Kandidatur von NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans. Der 61-Jährige wäre ein idealer Nachfolger von Amtsinhaber Jürgen Roters (64), heißt es in Parteikreisen.

Walter-Borjans habe alle Eigenschaften, um neuen Schwung in die Weiterentwicklung der Metropole zu bringen. Wie zu erfahren war, wurde der NRW-Finanzminister von führenden Mitgliedern des Bezirks Mittelrhein am Rande des SPD-Parteitags in Leipzig zu einer Kandidatur ermuntert. Der Posten biete Walter-Borjans eine attraktive politische Perspektive bis zum Jahr 2020, hieß es in Parteikreisen.

Roters Zukunft unklar

Noch ist unklar, ob Jürgen Roters sich zur Wiederwahl stellen will. Er wurde 2009 für sechs Jahre gewählt. Die Landesregierung hat den Oberbürgermeistern aber ermöglicht, die Periode um ein Jahr zu verkürzen, um die Termine von OB- und Ratswahl wieder in Übereinstimmung zu bringen. Sollte Roters davon Gebrauch machen, müsste er sich bis zum 30. November erklären. In der NRW-SPD wird seine Entscheidung mit Spannung erwartet.

Walter-Borjans hat Spekulationen über sein Interesse an einer Kandidatur bislang keine klare Absage erteilt. Auf Anfrage sagte er gestern lediglich: "Was gar nicht ansteht, kann man auch nicht dementieren." Parteifreunde werten dies als Signal, dass der Finanzminister nur dann antreten würde, wenn der Amtsinhaber seinen Platz freiwillig räumen würde. "Dass Walter-Borjans mit dem OB-Job liebäugelt, ist unverkennbar", sagte ein Mitglied des Kölner SPD-Vorstands. "Er muss sich aber irgendwann auch öffentlich dazu bekennen."

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Minister lebt schon lange in Köln

Walter-Borjans wurde in Krefeld geboren, lebt aber seit Jahrzehnten in Köln und war vor seiner Berufung zum NRW-Finanzminister Wirtschaftsdezernent und Stadtkämmerer von Köln. Er verfügt über gute Kontakte in die Kunst- und Kulturszene und ist Dauergast bei den Spielen des 1. FC Köln. In der SPD heißt es, Walter-Borjans könne in einer möglichen Stichwahl eher als der Amtsinhaber auf die Unterstützung der Grünen hoffen. Die hatten bereits erklärt, dass sie einen eigenen OB-Kandidaten aufstellen wollen. 2009 war Roters noch der gemeinsame Kandidat von SPD und Grünen gewesen.

Der Kölner SPD stehen nun spannende Wochen bevor. Denn Teile der Partei wollen einen Neustart mit einer deutlichen Verjüngung der Stadtspitze verbinden. So werden für den OB-Job auch die Landtagsabgeordneten Jochen Ott (39, Chef der Kölner SPD) und Martin Börschel (40, Vorsitzender der Kölner SPD-Ratsfraktion) gehandelt. Der Verzicht auf die Kandidatur wäre aber nicht zwingend ein Karriere-Knick. Möglicherweise muss NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) nach der Bildung der großen Koalition ihr Kabinett umbauen. Beide Politiker seien ministrabel, heißt es in der SPD.

(RP)