Neue Quarantäneregeln in NRW Hilfe in der Not bleibt oberstes Gebot

Meinung | Düsseldorf · In NRW gelten neue Regeln zu Quarantäne und Isolation. Die Regierung appelliert an die Eigenverantwortung, Infizierte sollen zum Beispiel ihre Kontaktpersonen der vergangenen zwei Tage selbst informieren. Ob jeder damit klarkommt?

 Infizierte müssen automatisch und auch ohne gesonderte behördliche Anordnung für zehn volle Tage in Isolierung (Symbolbild).

Infizierte müssen automatisch und auch ohne gesonderte behördliche Anordnung für zehn volle Tage in Isolierung (Symbolbild).

Foto: dpa-tmn/Zacharie Scheurer

An sich scheint alles klar, doch versteht tatsächlich jeder, was die neue Corona-Schutzverordnung fordert? Wohl kaum. Dafür sind die Regeln doch reichlich komplex. Verlangt wird zudem, dass ohne behördliche Anordnung eigenverantwortlich gehandelt wird. So müssen sich Infizierte – zur Feststellung reicht der offizielle Schnelltest – von sich aus sofort in Quarantäne begeben. Wer das nicht tut, muss mit erheblichen Strafen rechnen. In der Praxis aber ist kaum mit Kontrollen zu rechnen. Schon jetzt sind die Gesundheitsämter durch die jüngste Virus-Mutation restlos überfordert. Die notwendige Wegbegleitung der Erkrankten ist kaum zu leisten, die Kontaktverfolgung entfällt offensichtlich ganz. Nicht anders ist zu erklären, dass Infizierte ihre Kontaktpersonen der vergangenen zwei Tage selbst informieren sollen. Und alle, die einen entsprechenden Hinweis bekommen, sind dann ebenfalls auf sich selbst gestellt. Ihnen wird nämlich auch ohne offizielle Quarantäne-Anordnung geraten, eigenverantwortlich mit der Situation umzugehen.