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Neue Corona-Regeln NRW - FFP2-Masken bei Aldi, keine Gratismasken im ÖPNV

Verschärfte Maskenpflicht in NRW : FFP2-Masken bei Aldi, keine Gratismasken im ÖPNV

In NRW tritt heute die neue Coronaschutzverordnung in Kraft. Wichtigste Verschärfung ist die Pflicht zum Tragen medizinischer Masken in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln. Zu bekommen dürften die Masken vielerorts sein, Bürger müssen aber wohl tiefer in die Tasche greifen.

Viele Menschen nutzen sie längst, in einigen Bereichen sind sie ab diesem Montag Pflicht: In Bussen und Bahnen, im Einzelhandel, bei Gottesdiensten und in Arztpraxen sowie anderen medizinischen Einrichtungen müssen nun medizinische Masken oder FFP-Masken getragen werden. Sogenannte Alltagsmasken aus Stoff (einschließlich Schals und Tüchern) reichen nicht mehr aus. Das sieht die neue Coronaschutzverordnung von Nordrhein-Westfalen vor, die zunächst bis zum 14. Februar gilt.

Verschärft wird die Maskenpflicht vor allem aus Sorge vor ansteckenden Virus-Mutationen, gegen die die dichteren, medizinischen Masken besser schützen als jene aus Stoff. Auch wenn der Bedarf für die mehr als 17 Millionen Bürger in NRW enorm sein dürfte, ist nicht davon auszugehen, dass es mittelfristig zu einer Knappheit an FFP2-Masken kommt – erst recht nicht bei den günstigeren OP-Masken.

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Nicht nur in Apotheken, auch in Drogerien und einigen Supermärkten werden medizinische Masken – abgesehen von kurzfristigen Lieferengpässen – bereits seit geraumer Zeit verkauft. Aldi Nord und Aldi Süd wollen nun auch FFP2-Masken anbieten, wie das Unternehmen unserer Redaktion bestätigte. Zu den Verkaufspreisen und der Art der Gebinde, also ob es 5er, 2er, 10er oder 20er Päckchen sind, wollte sich Aldi nicht äußern. Im Onlineshop bietet die Kette derzeit FFP2-Masken im Zweierpack für 2,95 Euro an – lieferbar sind diese allerdings erst ab dem 4. Februar. Außerdem gibt es den Hinweis, dass es sich um Aktionsware und kein dauerhaftes Sortiment handeln soll.

Marktexperte Marc Kloepfel, Gründer der Kloepfel Gruppe in Düsseldorf, weist darauf hin, dass die reinen Materialkosten einer FFP2-Maske nur bei rund 50 Cent liegen – teuer seien dagegen Verpackung und Versand. „Eigentlich gilt: Je größer die Gebinde, um so niedriger der Preis“, sagt Kloepfel, aktuell würden die Preise allerdings wegen hoher Nachfrage steigen.

Auch Nutzer des Öffentlichen Nahverkehrs dürfte das betreffen. Verteilaktionen von Gratis-OP- oder FFP2-Masken wie etwa vereinzelt durch Verkehrsbetriebe in Hessen oder Bayern sind für NRW bisher nicht bekannt. Der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) erklärt auf Anfrage lediglich, dass alle Mitarbeiter mit medizinischen Masken ausgestattet seien – und dass die Kontrollen der Maskenpflicht nochmals intensiviert würden. Ähnlich äußert sich die Rheinbahn und bittet, die neuen Regeln „eigenverantwortlich in allen Bussen und Bahnen, an Haltestellen und in U-Bahnhöfen einzuhalten“. Die Deutsche Bahn macht zudem auf das bereits seit einigen Monaten bestehende Angebot aufmerksam, in den Fernzügen für 1,50 Euro eine OP-Maske erwerben zu können, sofern man eine entsprechende Maske vergessen habe.

Wer sich nicht an die verschärfte Maskenpflicht hält, dem kann der Zutritt zu Geschäften, Arztpraxen, Bussen und Bahnen verwehrt werden, zudem sind Geldbußen von bis zu 25.000 Euro möglich.  Ausnahmen gelten indes für Kinder: „Soweit Kinder unter 14 Jahren aufgrund der Passform keine medizinische Maske tragen können, ist ersatzweise eine Alltagsmaske zu tragen“, heißt es in der neuen Verordnung. Kinder bis zum Grundschulalter sind weiter von der Maskenpflicht ausgenommen. In allen anderen Bereichen, etwa auf Spielplätzen, gelten weitgehend die bisherigen Regeln für Alltagsmasken.

(jra/rky)