Nachtflugverbot im Gesetz verankern

Kommentar zum Nachtflugverbot: Schutz der Nachtruhe hat Vorrang

Bundesweit steigt die Zahl der Nachtflüge auf einen neuen Rekord. Die gesundheitlichen Folgen sind gravierend.

Lärm macht krank. Das ist keine neue Erkenntnis, trifft aber auf Fluglärm in besonderem Maße zu: Steigt die Belastung durch Fluglärm um zehn Dezibel, nimmt das Risiko für depressive Episoden einer weithin beachteten wissenschaftlichen Studie zufolge durchschnittlich um 8,9 Prozent zu. Bei Straßenlärm sind es 4,1 Prozent, bei Schienenlärm 3,9 Prozent. Kinder, die in Einflugschneisen wohnen, lernen schlechter, auch das ist erwiesen.

Trotzdem gibt es in Deutschland kein gesetzlich definiertes Nachtflugverbot, sondern lediglich eingeschränkte Betriebsgenehmigungen für manche Flughäfen in den Nachtstunden. Wie leicht diese durchbrochen werden, lässt sich an den stetig steigenden nächtlichen Starts und Landungen aufgrund von Verspätungen ablesen. Daraus folgt: Wer die Nachtruhe wirklich schützen will, muss dies gesetzlich verankern. Wer ökonomische Gründe dagegen ins Feld führt, sollte die hohen Kosten durch Krankheiten in seine Rechung einbeziehen.