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Nach der Kommunalwahl: Wechselfälle im Landtag

Düsseldorf : Nach der Kommunalwahl: Wechselfälle im Landtag

Der SPD-Politiker Reiner Breuer (SPD) gehört dem Landtag erst seit 2012 an – und wird ihn dennoch schon bald wieder verlassen müssen. Denn der 46-Jährige ist der Überraschungssieger vom vergangenen Sonntag in seiner Heimatstadt Neuss.

Der SPD-Politiker Reiner Breuer (SPD) gehört dem Landtag erst seit 2012 an — und wird ihn dennoch schon bald wieder verlassen müssen. Denn der 46-Jährige ist der Überraschungssieger vom vergangenen Sonntag in seiner Heimatstadt Neuss.

Mit 54,1 Prozent wurde der Jurist zum neuen Bürgermeister der Stadt gewählt. Ein Riesenerfolg für ihn und seine Partei, nachdem die CDU dort seit Jahrzehnten das Rathaus geführt hat. Breuer wird sein neues Amt am 21. Oktober antreten.

Da Landtagsangeordnete nicht gleichzeitig hauptamtliche Bürgermeister sein dürfen, rückt für ihn der Generalsekretär der NRW-SPD, André Stinka (50) nach, der dem Landtag von 2005 bis zur vorgezogenen Landtagswahl 2012 angehörte. Stinka war bei der Bundeswehrverwaltung tätig und ist seit 1989 Beamter beim Oberverwaltungsgericht in Münster (derzeit beurlaubt). Seit 2012 ist er Generalsekretär und als solcher maßgeblich für die Organisation der SPD-Wahlkämpfe verantwortlich.

Chefredakteur Michael Bröcker kommentiert die Kommunalwahl

Auch Kai Abruszat (46) wird demnächst sein Landtagsmandat niederlegen. Der westfälische FDP-Politiker wurde am Sonntag mit Unterstützung der CDU in Stemwede (Kreis Minden-Lübbecke) zum Bürgermeister gewählt. Nachrücker ist der Mönchengladbacher Unternehmer Andreas Terhaag (47). Er war von 2010 bis 2014 FDP-Vorsitzender in Mönchengladbach.

Sollte der gebürtige Essener CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Kufen am 27. September die Stichwahl in Essen gewinnen und neuer Oberbürgermeister der Ruhrmetropole werden, müsste auch er aus dem Landtag ausscheiden. Kufen hat am Sonntag 42,5 Prozent erhalten und damit den amtierenden Essener SPD-OB Reinhard Paß (33,4 Prozent) weit hinter sich gelassen. Kufens Nachfolger würde der frühere Abgeordnete Michael-Ezzo Solf (69) aus dem Rhein-Sieg-Kreis. Solf hatte bei der vorgezogenen Landtagswahl 2012 sein Mandat verloren.

Der Vorsitzende der SPD im Rhein-Kreis Neuss, Klaus Krützen (46), hat am Sonntag in Grevenbroich Bürgermeisterin Ursula Kwasny (CDU) in die Stichwahl gezwungen.

Krützen steckt in der Zwickmühle: Er könnte in den Bundestag einziehen, da der Bundestagsabgeordnete Dirk Becker in Oerlinghausen (Kreis Lippe) zum Bürgermeister gewählt wurde. Krützen tritt am übernächsten Sonntag aber zur Stichwahl an. Der Bundestag ist seine zweite Option.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Gewinner und Verlierer bei Stichwahlen in NRW