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Ministerin Uwe Schäfer: Zahl der Kita-Plätze für U3 in NRW verdoppelt

Ministerin Schäfer zieht positive Bilanz : Zahl der Kita-Plätze für U3 in NRW verdoppelt

Die Landesregierung hat eine positive Bilanz bei der Betreuungsqualität in den nordrhein-westfälischen Kindertagesstätten gezogen. Bei der Personalausstattung liegen die NRW-Kitas im Bundesländervergleich in der Spitzengruppe.

In den vergangenen fünf Jahren habe sich die Zahl der Betreuungsplätze für die unter Dreijährigen (U3) von 59.000 auf jetzt 145.000 mehr als verdoppelt. Weitere 13.000 U3-Plätze könnten im kommenden Kindergartenjahr dazukommen.

Mit dem seit rund einem halben Jahr geltenden Rechtsanspruch auf einen U3-Platz sei die Kita-Landschaft zudem vielfältiger geworden, betonte Familienministerin Ute Schäfer. Seien zuvor Drei- bis Sechsjährige zumeist vormittags betreut worden, gebe es nun Angebote für Kinder im Alter von vier Monaten bis sechs Jahren überwiegend 45 oder 35 Stunden die Woche.

Schäfer startete am Montag eine "Kita-Tour 2014". Sie will in nächsten vier Wochen landesweit zehn Einrichtungen besuchen.

Bei der Personalausstattung liegen die nordrhein-westfälischen Kindergärten im Bundesländervergleich in der Spitzengruppe. Wie Ute Schäfer (SPD) erklärte, rangieren die Kitas an Rhein und Ruhr beim Betreuungsschlüssel hinter dem Saarland und Bremen auf dem dritten Platz. In NRW werden bei den Unterdreijährigen (U3) im Schnitt 3,3 Kinder von einem Erzieher betreut. In den Altersgruppen darüber sind es 7,4 Kinder pro Erzieher.

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Seit 2008 ist die Zahl der Beschäftigten laut Schäfer in den landesweit 9.364 Kindergärten von 80.199 auf 93.936 angestiegen. Dies sei eine Steigerung um 17,1 Prozent. Die Zahl der Auszubildenden sei in den letzten fünf Jahren landesweit von 15.000 auf 22.000 gesteigert worden.

Wegen wachsender Herausforderungen müsse in den Kitas mehr Personal eingestellt werden, so Schäfer. Dafür werde das Land zusätzlich 55 Millionen Euro ausgeben. Die anstehende Revision des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) sehe vor, dass jede Kita-Gruppe künftig pro Jahr 2.000 Euro an Landeszuschüssen erhält, um Hauwirtschaftskräfte für die Mittagszeit einstellen zu können.

Betreuungszeiten deutlich ausgeweitet

Die Betreuungszeiten wurden laut Schäfer in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet. Inzwischen werde fast die Hälfte (47,6 Prozent) aller Kinder 45 Wochenstunden betreut, bei weiteren 45 Prozent liege die Betreuungszeit bei 35 Stunden. Für 6,3 Prozent der Kinder wurde eine 25-stündige Betreuungszeit gebucht.

Die Ministerin verwies auf Studien, dass die Träger zu wenig kurze Betreuungszeiten anbieten und zu unflexibel seien. In nur drei Prozent der Kitas laufe der Betrieb über 17.00 Uhr hinaus. Schäfer warnte abwer auch vor einer zu langen Betreuung. "Wir müssen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sorgen, aber wir dürfen die Kinder nicht wegorganisieren."

Bis zum kommenden Kindergartenjahr 2014/2015 sollen in NRW weitere 12.000 bis 13.000 U3-Plätze geschaffen werden, hieß es. Damit stünden landesweit etwa 160.000 solcher Plätze zur Verfügung.

Die Forderung der Kirchen nach Absenkung des Trägeranteils von 12 auf 9 Prozent wies die Ministerin erneut zurück. Dies lasse die Finanzlage des Landes nicht zu. Bereits 2008 sei der Trägeranteil bei kirchlichen Kitas von 20 auf 12 Prozent abgesenkt, was dem Land 120 Millionen Euros gekostet habe. Die evangelische Kirche hatte erklärt, dass über 500 ihrer 1.600 Kindergärten in NRW finanziell bedroht seien. Schäfer erklärte, die Zahl der kirchlichen Kindergärten habe in den letzten Jahren "eher zu- als abgenommenen". Derzeit seien 39,8 Prozent aller nordrhein-westfälischen Kitas in kirchlicher Trägerschaft, 24,8 seien in der Regie von Kommunen und 12,4 Prozent von Elterninitiativen.

(lnw)