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Ministerin Heinen Esser erwartet Schadstoffergebnisse für Donnerstag

Nach Explosion in Leverkusen : Ministerin erwartet Schadstoffergebnisse für Donnerstag

Nach der schweren Explosion im Leverkusener Chempark herrscht immer noch Unklarheit, ob giftige Stoffe freigesetzt wurden. Die zuständige Ministerin, Ursula Heinen-Esser, erwartet, dass die Prüfbehörde am Donnerstag Ergebnisse vorlegt.

Nach der Explosion im Leverkusener Chempark sind die Bürger dort immer noch im Unklaren, ob bei dem Unglück giftige Stoffe freigesetzt worden sind. Doch am Donnerstag könnte es Gewissheit geben. NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) sagte unserer Redaktion: „Die Ergebnisse erwarten wir für Donnerstag.“ Auf die Frage ob es sie befremdet habe, dass das Unternehmen Currenta zwar gesagt hatte, es habe zu jedem Zeitpunkt gewusst, was sich in den Tanks befunden habe, die Informationen über die Inhalte aber erst wenige Stunde vor der Bekanntgabe der Untersuchungen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) zu Dioxin, PCB und PAK lieferte, sagte die CDU-Politikerin: „Ich hätte mir gewünscht, dass wir die Information schneller bekommen hätten.“ Man müsse aber auch ein gewisses Verständnis aufbringen, dass bei Currenta die Katastrophenbewältigung erst einmal im Vordergrund gestanden habe.

Mit Blick auf die erfolgten Kontrollen bei dem Unternehmen sagte sie: „2018 gab es eine große Kontrolle. Im April dieses Jahres begann der nächste Kontrollzyklus - zunächst mit der Übermittlung von Akten, Genehmigungen und so weiter. Die Kontrolleure sollten im August vor Ort sein. Es gab überdies in der Vergangenheit immer wieder auch unangemeldet Kontrollen bei Currenta. Da war immer alles in Ordnung. Ansatzpunkte habe ich also nicht.“

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Als Lehre aus dem Unglück forderte die Ministerin mehr Eigenständigkeit für das Lanuv. „Bislang darf es erst nur nach Aufforderung aktiv werden. Bei solchen Großereignissen sollten die Einsatzteams zur Luftmessung auch ohne Aufforderung rausfahren dürfen, um die Proben zu nehmen. Das könnte noch schneller gehen.“