1. NRW
  2. Landespolitik

Minister: Tests in NRW-Kitas bleiben freiwillig

Omikron-Welle : Minister: Tests in NRW-Kitas bleiben freiwillig

In Schulen sind sie verpflichtend, die morgendlichen Selbsttests, in Kitas nicht. Das soll sich ändern, fordert die SPD- und Grünen-Opposition, angesichts stark steigender Inzidenzen bei den Jüngsten. NRW-Familienminister Stamp (FDP) ist anderer Meinung.

Anders als in Schulen sollen Coronatests in den Kitas Nordrhein-Westfalens freiwillig bleiben. „Verbindliche Tests würden bedeuten, dass Kinder, für die kein Test vorgezeigt werden kann, nicht betreut werden könnten“, sagte NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) im Familienausschuss des Landtags. Das betreffe häufig insbesondere Kinder „aus prekären Bereichen“. Die wenigen Coronafälle mehr, die durch Tests gefunden würden, seien durch den Mehraufwand und die zusätzliche Belastung für das Kita-Personal nicht zu rechtfertigen. Zudem würde der Ausschluss von der Kita Stamp zufolge einen gravierenden Eingriff in die Bildungschancen von Kindern bedeuten.

Berlin und Niedersachsen hingegen haben verpflichtende Tests in  Kitas beschlossen. Die Omikron-Variante lässt zurzeit insbesondere bei Kita-Kindern, aber auch Erzieherinnen, die Infektionszahlen stark steigen. Stamp hatte in der Pandemie eine „Bildungsgarantie“ abgegeben.

Die SPD- und Grünen-Opposition sprach sich daher klar für eine Testpflicht in Kitas auch in NRW aus. „Der größte Eingriff in die Bildungschancen von Kindern ist doch, wenn Kitas wegen zu vieler Infektionsfälle schließen müssen“, argumentierte der familienpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Dennis Maelzer. Dem könne eine Ausweitung der Tests vorbeugen: „Wir sehen seit drei Wochen in Folge Höchststände bei den Infektionszahlen in Kitas. Warum warten wir mit weiteren Maßnahmen erst ab, bis der Worst Case eintritt?“

  • Bei Regierungsbeteiligung : Stamp will weiteres beitragsfreies Kita-Jahr in NRW
  • 3201 Personen sind aktuell im Kreis
    Pandemie in Wermelskirchen : Kreisgesundheitsamt führt Omikron-Fälle nicht mehr gesondert auf
  • Kaarst reagiert auf steigende Infektionszahlen : PCR-Pooltests werden am 31. Januar in Kitas eingeführt

Die familienpolitische Sprecherin und Co-Fraktionschefin der Grünen, Josefine Paul, mahnte einen Notfallplan für die kommenden Wochen an: „Wenn Sie nichts unternehmen gegen die Infektionen beim Personal, dann erledigt sich das pädagogische Programm von allein.“

Der Minister wiegelte ab: Bei Omikron seien die Ausfallzeiten nicht so lang. Nach einer Woche seien Erkrankte wieder einsatzfähig, sagte er und fügte hinzu: „Wir sind auf alle Notfallzeiten vorbereitet.“ Klares Ziel sei zwar, den Kita-Betrieb uneingeschränkt aufrechtzuerhalten. Falls dies nicht mehr möglich sei, gebe es aber Konzepte, die in der Pandemie bereits vielfach erprobt seien. In früheren Phasen der Pandemie hatte es etwa eingeschränkte Betreuungszeiten gegeben.

(kib)