SPD in Herne Michelle Müntefering soll in den Bundestag

Herne · Die Parteibasis hat Michelle Müntefering überzeugt: Bei der Bundestagswahl kann die Frau des ehemaligen SPD-Chefs Franz Müntefering in einem aussichtsreichen Wahlkreis im Ruhrgebiet antreten.

Michelle Müntefering für den Bundestag
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Die Ehefrau des ehemaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering soll für die Sozialdemokraten in den Bundestag einziehen. Die Delegierten einer Wahlkreiskonferenz in Herne (Nordrhein-Westfalen) nominierten die 32-jährige Michelle Müntefering am Dienstag als Direktkandidatin im Wahlkreis 141 Herne/Bochum II.
Auf die Journalistin entfielen 77 Stimmen, für ihre Gegenkandidatin, die Herner Stadtverordnete Anke Hildenbrand (49), stimmten 51 Delegierte. Es gab 17 Enthaltungen.

"Ich will nicht wegen meines Namens gewählt werden", sagte Müntefering in ihrer Bewerbungsrede. Sie sei eine eigenständige und politische junge Frau. "Und mein Name kann doch unter Genossen kein Problem sein." Die Direktkandidatur im Wahlkreis 141 war bei den vergangenen Wahlen stets ein sicheres Sprungbrett in den Bundestag.

Wie schon vor einer Woche bei einer Abstimmung der Herner SPD saß Franz Müntefering als Gast im Saal und drückte seiner Ehefrau die Daumen. Ob es ihn selbst nochmals nach Berlin zieht, ließ er offen. "Ob ich kandiere, weiß kein Mensch - außer mir selbst. Und das muss auch nicht heute hier entschieden werden." Im März 2013 will die NRW-SPD ihre Landesliste aufstellen. Da der 72-Jährige in keinem Wahlkreis antritt, müsste er für die Rückkehr in den Bundestag einen sicheren Listenplatz erhalten.

Der Wettstreit um die SPD-Kandidatur hatte bundesweit Beachtung gefunden, weil sich neben Müntefering auch der Chefredakteur des Parteiorgans "Vorwärts", Uwe Knüpfer, beworben hatte. Knüpfer hatte aber nach seiner deutlichen Niederlage auf dem Parteitag der Herner SPD seine Kandidatur zurückgezogen. Die unterlegene Hildebrand sagte Müntefering ihre Unterstützung zu: "Ich werde mich voll im Wahlkampf engagieren."

(lnw)
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