Digitalisierung in NRW-Schulen Lehrer bekommen Dienst-Mailadressen

Düsseldorf · Die digitale Schulplattform „Logineo“ startet im nächsten Schuljahr. Besonders für Lehrer bietet das Projekt einige Vorteile.

 Lehrer schreiben Schülern und Eltern bislang oft E-Mails von ihren privaten Accounts. Das kann rechtlich problematisch sein. (Symbolfoto)

Lehrer schreiben Schülern und Eltern bislang oft E-Mails von ihren privaten Accounts. Das kann rechtlich problematisch sein. (Symbolfoto)

Foto: red

Das Zeugnisschreiben per Hand könnte für Lehrer bald endgültig der Vergangenheit angehören. Wie das NRW-Schulministerium am Freitag mitteilte, soll die digitale Schulplattform „Logineo“ bis zum 12. Oktober 2018 fertiggestellt sein. Im Anschluss daran beginne eine fast viermonatige Pilotphase an 20 Schulen in Nordrhein-Westfalen, sagte Staatssekretär Mathias Richter. Vom 4. Februar 2019 an, dem Beginn des zweiten Schulhalbjahres, werde „Logineo“ dann Schritt für Schritt an allen Schulen in Nordrhein-Westfalen eingeführt. Geplant sei, wöchentlich jeweils 100 Schulen hinzuzunehmen.

Die digitale Schulplattform bedeutet insbesondere für Lehrer einen großen Fortschritt. Sie erlaubt unter anderem die Einrichtung dienstlicher Mailadressen, das Abspeichern auch vertraulicher Formulare wie Zeugnissen in Dateiverwaltungssystemen, das Bereitstellen digitaler Schulbücher, das Anlegen digitaler Kalender und die Vernetzung der Schulen untereinander.

Bisher greifen viele Lehrer auf private Mailadressen zurück, um den Aufwand bei der Kommunikation mit Schülern und Eltern in Grenzen zu halten. Damit aber bewegen sie sich in einer rechtlichen Grauzone, allein schon aus Gründen des Datenschutzes. In der Folge waren Lehrer in NRW vereinzelt sogar wieder dazu übergegangen, Zeugnisse per Hand zu schreiben.

Die Arbeit an „Logineo“ war zuletzt nur schleppend vorangekommen. Ursprünglich sollte die Plattform nach zweijähriger Entwicklungsphase schon zum laufenden Schuljahr 2017/18 starten. Doch das Projekt, das noch die rot-grüne Vorgängerregierung begonnen hatte, wies laut NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) so gravierende technische und Sicherheits-Mängel auf, dass die Einführung verschoben wurde. Diese seien jetzt so weit behoben, dass die Arbeit fortgesetzt werden könne, so der Staatssekretär. Richter äußerte zugleich die Hoffnung, dass NRW mit „Logineo“ bundesweit zum Vorreiter werden könnte. Hamburg habe bereits Interesse signalisiert.

Die Plattform wurde im Auftrag der Medienberatung für das Land NRW vom Kommunalen Rechenzentrum Niederrhein entwickelt. Dort wurde die Verschiebung seinerzeit befürwortet und damit begründet, dass sich im Laufe des Projekts neue Anforderungen an den Datenschutz ergeben hätten.

(kib)
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