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Kommentar: Leistungslücken am Ende des Schuljahres

Kommentar : Leistungslücken am Ende des Schuljahres

Für viele Schüler haben die Ferien längst begonnen, gefühlt zumindest. Die Zeugnisnoten stehen fest, die Versetzung geht klar (oder auch nicht). So plätschert das Schuljahr seinem offiziellen Ende entgegen. Diese mangelnde Trennschärfe zwischen Unterrichtszeit und Ferienpause nervt etliche Eltern, und die Verbände springen ihnen bei.

Es gibt bedrohlichere gesellschaftliche Phänomene als dieses. Aber die seit Jahren immer wieder geführte Klage über nachlässigen Unterricht in den Wochen vor den Ferien verdient verstärkte Beachtung, seit sich andererseits die Leistungsanforderungen innerhalb der Schuljahre immer weiter verdichten — nicht zuletzt durch die Verkürzung der Gesamt-Schulzeit auf zwölf Jahre. Entspanntere Gangart am Schuljahresende hat da also durchaus ihren Sinn. Pochen auf Richtlinientreue bringt nichts.

Selbstredend ist es gut, wenn die Restzeit bis zu den Ferien sinnvoller und fruchtbarer gefüllt wird, als es mancherorts der Fall sein mag. Aber die Eltern können ja auch einmal selbst fordernd in die Leistungslücken treten. Nicht nur in der Schulkonferenz, sondern unmittelbar gegenüber ihrem auspendelnden Nachwuchs. Und dann: Punkt und Schluss.

(RP)