Latinum adé? NRW krempelt Lehrer-Ausbildung um

Gesetzentwurf gebilligt : Latinum adé? NRW krempelt Lehrer-Ausbildung um

Das Latinum verliert an Bedeutung - auch in NRW. Wer eine moderne Fremdsprache für das Lehramt an Gymnasien oder Gesamtschulen studieren will, soll künftig keine Latein-Kenntnisse mehr nachweisen müssen.

Das sieht ein Entwurf für eine Änderung des Lehrerausbildungsgesetzes vor, den das Landeskabinett am Dienstag in Düsseldorf gebilligt hat.

Für die Fächer Geschichte und Philosophie sollen nur noch Kenntnisse auf dem Niveau des Kleinen Latinums vorausgesetzt werden. Der Entwurf wird nun mit den Verbänden erörtert und geht dann in die weiteren Beratungen des Landtags.

Weitere Eckpunkte: "Islamische Religionslehre" soll reguläres Fach der Lehrerausbildung werden. Außerdem will die rot-grüne Landesregierung dem kompetenten Umgang mit behinderten Schülern und mit digitalen Medien mehr Gewicht in der Ausbildung verleihen.

Darüber hinaus ist vorgesehen, den Quereinstieg von Fachhochschulabsolventen ins Lehramt an Berufskollegs zu erleichtern. "Dies soll dazu beitragen, die Lehrkräfteversorgung im gewerblich-technischen Bereich zu verbessern", teilte Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) mit. In eine bessere Medienausstattung in den schulpraktischen Lehrer-Ausbildungszentren will die Landesregierung zwischen 2016 und 2019 über 4,4 Millionen Euro investieren.

(lnw)