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Laschet-Vertrauter Nathanael Liminski scheitert mit Landtagskandidatur

Landtagswahl 2022 : Liminski scheitert mit Landtagskandidatur

Er gilt als begnadeter Strippenzieher im Hintergrund. Doch bei dem Versuch, direkt für die CDU in den Düsseldorfer Landtag einzuziehen, erleidet der Chef der Staatskanzlei eine Niederlage.

Einer der engsten Vertrauten von Ex-Ministerpräsident Armin Laschet, Nathanael Liminski, hat am Mittwochabend eine politische Niederlage einstecken müssen. Der Chef der Staatskanzlei wollte für den im Rhein-Sieg-Kreis neu geschaffenen Wahlkreis 29 als CDU-Abgeordneter direkt in den Landtag einziehen. Daraus wird nun erst einmal nichts. Liminski musste sich am Abend in einer Stichwahl dem 43-jährigen Lokalpolitiker Sasacha Lienesch geschlagen, der genau wie Liminski aus Sankt Augustin stammt.

Liminski, der für gewöhnlich still und effizient im Hintergrund agiert, hatte zuletzt im Bundestagswahlkampf große mediale Aufmerksamkeit durch einen Wahlspot der SPD erlangt, in dem ihm sein katholischer Glaube zum Vorwurf gemacht wurde. Die SPD zog den Wahlspot zurück. Tatsächlich entstammt der 36-Jährige einer streng gläubigen Familie und hat das papsttreue Netzwerk „Generation Benedikt“ gegründet, das sich unter anderem gegen Sex vor der Ehe stark gemacht hatte. Liminski gilt als extrem gut verdrahtet in der CDU, hat unter anderem für Roland Koch, Karl-Theodor zu Guttenberg und Thomas de Maizière gearbeitet, ehe Laschet ihn 2014 zunächst als Büroleiter und Fraktionsgeschäftsführer nach Düsseldorf holte, wo er maßgeblich den Wahlkampf 2017 mit vorbereitete. Hendrik Wüst hatte Liminski nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten im Amt des Chefs der Staatskanzlei belassen.

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Anstelle des Politpromis Liminski wird nun der Sankt Augustiner Fraktionschef Sascha Lienesch für die CDU im Wahlkreis 29 antreten. Lienesch gehört dem Arbeitnehmerflügel CDA an. Er arbeitet nach eigenen Angaben bei einer Online-Marketing-Agentur in Köln.