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Kampf um NRW-Vorsitz: Laschet gegen Röttgen wieder nur zweiter Sieger

Kampf um NRW-Vorsitz : Laschet gegen Röttgen wieder nur zweiter Sieger

Im Kampf um den Vorsitz der nordrhein-westfälischen CDU sind die beiden Kandidaten, Ex-Integrationsminister Armin Laschet (49) und Bundesumweltminister Norbert Röttgen (45), am Donnerstag zum zweiten Mal öffentlich gegeneinander angetreten. Wie am Vortag in Münster war das Interesse enorm: Mehr als 1000 Zuhörer strömten am Abend in die Stadthalle in Bonn-Bad Godesberg, um das Duell der beiden Unionspolitiker mitzuerleben.

Nach der ersten Regionalkonferenz in Münster war das Presse-Echo einhellig: Röttgen galt am Ende als Sieger nach Punkten. Gestern war schon nach seiner 15-minütigen Vorstellungsrede der Punktsieg vorgezeichnet: Er bekam frenetischen Beifall, etliche Besucher sprangen von den Stühlen auf. Laschet schlug sich in der "Höhle des Löwen" zwar achtbar, blieb aber nur zweiter Sieger.

Für Röttgen war es gewissermaßen ein Heimspiel, gehört Bonn doch zum CDU-Bezirk Mittelrhein, den er leitet. Doch der Minister will mehr, will den mit 160 000 Mitgliedern größten CDU-Landesverband als Nachfolger von Jürgen Rüttgers führen. Die Partei müsse "schnellstmöglich" dafür sorgen, dass ihr die Menschen wieder Vertrauen und Zustimmung entgegenbringen, ruft er mit fester Stimme und bekommt starken Applaus. Die NRW-CDU müsse politischer werden, mehr diskutieren und den Menschen ein "Zukunftsbild bieten", fordert Röttgen wie am Vortag in Münster. Dazu sei Einigkeit in der Partei nötig, und zwar auf allen Ebenen. Und abermals fordert er, angesichts der "Endlichkeit der Ressourcen" Politik "aus den Augen unserer Kinder" zu machen. Der Beifall ist ihm gewiss.

Selbst Armin Laschet spendet verhalten Applaus. In seiner Vorstellungsrede nimmt die Landespolitik breiteren Raum ein als bei Röttgen. Kein Wunder: Laschets Vorteil ist seine Präsenz im Landtag. "Woche um Woche" müsse man die Regierung vorführen, ruft er in den Saal. Es sei daher wichtig, "dass wir schnell mit der Oppositionsarbeit beginnen".

Das zielt gegen Röttgen, der zunächst von Berlin aus den Landesverband führen müsste. Energisch greift Laschet die Schulpolitik von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) an, die keine eigenständigen Gymnasien mehr wolle. Anders als Röttgen lobt Laschet mehrfach und eindringlich die Regierungspolitik und die Verdienste von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, der dem Land "fünf gute Jahre" beschert habe. Rüttgers, der den Abend moderiert, wirkt entspannt. Seine angriffslustige Rede wird am Ende mit starkem Beifall belohnt.

Nach sechs weiteren Regionalkonferenzen im September findet am 31. Oktober in der NRW-CDU die entscheidende Mitgliederbefragung statt. Die endgültige Wahl erfolgt am 6. November auf dem Landesparteitag in Bonn.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Laschet und Röttgen im ersten Rededuell

(RP)