Umfragen zur NRW-Landtagswahl : CDU in neuer INSA-Umfrage vorne - Grüne bei 21 Prozent

Die NRW-Landtagswahl 2022 fand am 25. Mai statt - und brachte einen klaren Wahlsieger: Die CDU mit Ministerpräsident Hendrik Wüst. Wie entwickelt sich seither die Stimmung im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland?

Repräsentative Umfragen der vielen Meinungsinstitute geben Auskunft auf diese Frage. Zu den Instituten gehören unter anderem Forsa, Infratestdimap, YouGov oder Insa, die im Auftrag unterschiedlicher Medien - auch der Rheinischen Post - die Menschen im Land nach ihrer politischen Wahlstimmung befragen.

Wir zeigen an dieser Stelle die neusten Umfrage-Ergebnisse, berechnen eine daraus resultierende Zusammensetzung des Landtag und schauen, wie deutlich die aktuellen Umfrage-Ergebnisse von den faktischen Ergebnissen der Wahl 2022 abweichen. Und wir zeigen Ihnen den Umfrage-Verlauf der vergangenen vier Jahre. Quelle für alle Umfragen ist die Seite wahlrecht.de.

NRW-Landtagswahl 2022: Vorläufiges Endergebnis, Sitzverteilung und mögliche Koalitionen

Aktuelle Umfrage-Ergebnisse zur NRW-Landtagswahl

Die jüngste Umfrage wurde am 25.08.2022 vom Meinungsforschungsinstitut INSA veröffentlicht. Das Ergebnis der Umfrage zeigt, dass die Union aus CDU und CSU mit 36 Prozent die stärkste Kraft im Parlament wäre. Dahinter folgen die übrigen Parteien. So kommen die Grünen in der Umfrage auf 21 Prozent, der SPD gaben 22 Prozent der Teilnehmenden ihre Stimme. Die FDP käme auf sieben Prozent, die AfD auf fünf Prozent und die Linke auf drei Prozent. Sonstige Parteien würden sechs Prozent der Stimmanteile erhalten. Die Umfrage wurde im Zeitraum zwischen dem 15.08. und dem 22.08. durchgeführt, insgesamt nahmen 1000 Menschen an der repräsentativen Befragung teil.

In einer vorherigen Umfrage des Instituts Forsa, veröffentlicht am 17.05.2022, kam die CDU mit 36 Prozent der Stimmen auf das beste Ergebnis. Die SPD kam auf 25 Prozent, die Grünen kamen auf 21 Prozent. Der Anteil der FDP-Wähler unter den 1.008 Befragten lag bei fünf Prozent, die AfD kam demnach auf fünf Prozent, die Linken auf zwei Prozent. Sonstige Parteien erhielten sechs Prozent der Stimmen.

Wie zuverlässig sind Umfragen zur NRW-Landtagswahl?

Umfragen zur Landtagswahl beschäftigen sich allesamt mit der Frage, welche Partei die Menschen wählen würden, wenn am nächsten Sonntag Wahl wäre. Dabei geht es nicht um die Frage, ob dies mit der Erst- oder der Zweitstimme geschehen würde. Mit der Erststimme wird ein Direktkandidat aus dem jeweiligen Wahlkreis gewählt, die diesen Wahlkreis dann direkt im Landtag vertritt. Mit der Zweitstimme wird die Partei gewählt. Sie entscheidet darüber, wie hoch der Sitzanteil der Parteien über der fünf-Prozent-Hürde im Landtag ist.

Die Meinungsforschungsinstitute selbst betonen immer wieder, dass das tatsächliche Wahlergebnis nur eingeschränkt vorausgesagt werden kann. Das Institut infratest dimap stellt dazu klar: "Nicht nur legen sich immer mehr Wähler kurzfristiger vor einer Wahl fest, auch hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen."

Was Sie zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen wissen müssen

Die nächste Landtagswahl in NRW findet voraussichtlich im Jahr 2027 statt und wählt dann den 19. Landtag in der Nachkriegsgeschichte Nordrhein-Westfalens. Bis dahin wird voraussichtlich der amtierende Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) das Land regieren, Koalitionspartner sind die Grünen.

Das Wahlgebiet ist in 128 Wahlkreise eingeteilt. Hier werden mit der Erststimme die jeweiligen Direktkandidaten für den Landtag gewählt. Mit der Zweitstimme wird bestimmt, ob eine Partei in den Landtag einziehen darf - erforderlich sind dafür mindestens fünf Prozent Zweistimmenanteil. Aus dem Zweitstimmen-Ergebnis berechnet sich außerdem die Anzahl der Sitze, die jede Partei im Landtag erhält. Aktuell sind 195 Abgeordnete im Landesparlament vertreten.

Wahlberechtigt ist jeder, der am Wahltag volljährig ist, einen deutschen Pass besitzt und mindestens 16 Tage vor dem Wahltag einen Erstwohnsitz in NRW angemeldet hat. Laut Landeswahlleiter waren 2022 rund 13,2 Millionen Menschen wahlberechtigt. Jeder Wahlkreis soll ähnlich viele Wahlberechtigte vertreten. Dieses Kriterium für die Einteilung galt 2022 erstmals: In der Vergangenheit wurden die Wahlkreise auf Grundlage der Einwohnerzahl eingeteilt. Daher sind Großstädte wie Köln oder Düsseldorf in mehrere Wahlkreise geteilt, während ländliche Regionen nur durch einen oder zwei Kreise vertreten werden.

Auch bei der NRW-Landtagswahl kann am Wahltag oder auch bereits vorher per Briefwahl abgestimmt werden. Dafür muss ein entsprechender Antrag bei der Gemeinde gestellt werden. Der Wahlbrief muss dann am Wahltag bis 18 Uhr beim zuständigen Wahlamt vorliegen. Wer seine Briefwahl-Unterlagen nicht im Vorfeld der Wahl abschickt, kann die Unterlagen auch am Wahltag noch persönlich abgeben.

Die Wahllokale schließen am Wahlabend um 18 Uhr, anschließend beginnt die Auszählung. Zum selben Zeitpunkt werden die ersten Prognosen der Meinungsinstitute veröffentlicht - diese basieren auf Umfragen vor den Wahllokalen. Gegen 18.30 Uhr kann mit einer ersten Hochrechnung - basierend auf dem Zwischenstand der Auszählung - gerechnet werden, mit einem vorläufigen Endergebnis ist nicht vor den frühen Morgenstunden des Folgetags zu rechnen. 2022 stand dieses Ergebnis erst um 4 Uhr morgens fest.

Am Abend der nächsten NRW finden Sie an dieser Stelle die aktuellen Prognosen, Hochrechnungen und später auch das vorläufige Endergebnis.

Wie die Landtagswahl 2022 in Nordrhein-Westfalen ausging

Am 25. Mai 2022 wählte Nordrhein-Westfalen die CDU zur stärksten Kraft im Landtag und damit auch ihren Spitzenkandidat Hendrik Wüst zum Ministerpräsidenten - dem insgesamt elften Mann an der Spitze des Landes. Wüst übernahm 2021 das Amt von seinem Vorgänger Armin Laschet, der im selben Jahr erfolglos für das Amt des Bundeskanzlers kandidierte.

Die CDU erhielt mit 35,7 Prozent Zweistimmen das beste Ergebnis aller Parteien, sie legte um 2,8 Prozent gegenüber der Wahl 2017 zu und kommt im aktuellen Landtag auf 76 Sitze. Die SPD verlor gegenüber der 2017er Wahl rund 4,5 Prozent und rutschte von 31,2 auf 26,7 Prozent (56 Sitze). Die Sozialdemokraten sind damit die stärkste Oppositionskraft im Landtag. Koalitionspartner der CDU sind seit 2022 die Grünen, die auf 18,2 Prozent (39 Sitze) kam. Die Grünen waren mit einem Plus von 11,8 Prozentpunkten der große Gewinner der letzten Wahl. Neben der SPD in der Opposition sind die FDP, die auf 5,9 Prozent (12 Sitze, -6,7 Prozent) kam, und die AfD. Die rechtspopulistische Partei zog 2017 erstmals in den NRW-Landtag ein, sie erhielt 2022 noch 5,4 Prozent (12 Sitze, -1,9 Prozent) aller Zweitstimmen.

Alle weiteren Informationen zum politischen Geschehen in Nordrhein-Westfalen finden Sie auf unserer Landespolitik-Seite, weitere Informationen zur Landtagswahl haben wir auf unserer Landtagswahl-Seite für Sie gesammelt.

(cbo)