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Landtagswahl 2022 - Umfrage: CDU hat sich vom Laschet-Desaster erholt - NRW-Check

„NRW-Check“ zur Landtagswahl : Jetzt wird’s in NRW spannend

Fünf Monate noch, dann wird im bevölkerungsreichsten Bundesland gewählt. In einer neuen Umfrage zeigt sich: Die CDU hat sich vom Laschet-Desaster erholt – aber noch nicht genug, um weiterregieren zu können.

Im Wahlkampf bestimmen Umfragen den Takt. Das gilt auch für die Länder, nur kommen sie dort nicht so häufig vor wie im Bund und lassen sich deswegen nicht ganz so leicht kleinreden. Ja, Umfragen sind keine Wahlergebnisse – und doch sind sie spannend. Der „NRW-Check“, eine Forsa-Umfrage im Auftrag der nordrhein-westfälischen Tageszeitungen, zeigt, dass die CDU wieder Boden gutgemacht hat, aber der neue Ministerpräsident Hendrik Wüst sich noch nicht allzu häuslich in der Staatskanzlei einrichten sollte.

Im Vergleich zur einer Umfrage des WDR kurz nach der Bundestagswahl hat die CDU sich bei der Sonntagsfrage von 22 auf 27 Prozent verbessert und liegt nun gleichauf mit der SPD. Ein gewaltiger Sprung, der sich aber wohl vor allem aus der Erleichterung speist, dass Armin Laschet seine Ämter in NRW wie versprochen aufgegeben hat.

Denn sein Nachfolger reüssiert bisher nicht nicht. In der neuen Umfrage sind seine Zustimmungswerte zwar doppelt so hoch wie bei seinem Herausforderer Thomas Kutschaty, aber mit gerade einmal 24 Prozent niederschmetternd niedrig. Die meisten Menschen wollen bisher weder den einen noch den anderen.

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Bliebe es in etwa so, wie die Umfrage jetzt zeigt, wäre der Wahlsieg eines der beiden denkbar knapp und liefe es auf eine Ampel so wie im Bund hinaus. Rechnerisch möglich wären auch ein Jamaika-Bündnis oder eine Große Koalition, aber diese beiden Konstellationen sind wohl nicht wirklich wahrscheinlich.

Hendrik Wüst hat alle Chancen, bis Mitte Mai einen Amtsbonus herauszuarbeiten. Aber das Brauchtum gegen sich aufzubringen, weil die empfohlene Absage von Karnevalsveranstaltungen die wirtschaftlichen Risiken der Vereine nicht vermindert, ist da kein gutes Signal. Und noch verheerender ist es, bei den Booster-Fristen für Verwirrung und Chaos zu sorgen. Viele solcher Missgeschicke kann sich der Ministerpräsident nicht leisten, sonst ist er schneller unten durch als sein Vorgänger.

Die Zahlen belegen bisher weder Rücken- noch Gegenwind aus Berlin. Die Menschen zwischen Rhein und Ruhr setzen auf die politische Mitte, die heute aus CDU, SPD, Grünen und FDP besteht. Und am Ende dürfte vor allem die Persönlichkeit der Kandidaten zählen. Olaf Scholz erweckte im Wahlkampf erfolgreich den Eindruck, dass er Bundeskanzler kann. Hendrik Wüst muss zeigen, dass er Ministerpräsident auch wirklich kann, will er nicht im Mai schon wieder abtreten. Seine Startposition als Amtsinhaber ist besser als die seines Herausforderers, die CDU liegt wieder gleichauf mit der SPD – jetzt liegt es an ihm.