Landarzt ist kein schlimmes Schicksal

Leitartikel : So schlimm ist arbeiten auf dem Land nicht

NRW führt als erstes Bundesland eine Landarztquote ein: Studenten, die später auf dem Land arbeiten, bekommen bevorzugt einen Medizinstudienplatz.

Mit der Einführung einer Landarztquote betritt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) Neuland. So etwas gibt es in anderen Bundesländern noch nicht: Studenten sollen auch mit schlechterem Abitur Arzt werden dürfen, wenn sie sich im Gegenzug verpflichten, nach dem Studium zehn Jahre lang auf dem Land zu arbeiten.

Das mutige Experiment ist richtig. Erstens, weil der Ärztemangel auf dem Land ohne energische Gegenmaßnahmen immer dramatischer wird. Flächenländer wie NRW leiden ohnehin schon unter Landflucht, weil es vor allem die Jungen in die Städte zieht. Wer nicht will, dass ganze Landstriche veröden, darf den verbliebenen Alten nicht auch noch die ärztliche Versorgung entziehen.

Zweitens, weil die Abiturnote als Auswahlkriterium schon immer überschätzt wurde. Noten machen Menschen nicht gesund, sondern Ärzte mit Herz und Verstand.

Drittens, weil es nicht unzumutbar ist, in einer Arztpraxis auf dem Land zu arbeiten. Wir reden von Regionen wie dem Niederrhein, dem Bergischen Land oder dem Sauerland. Und nicht von einer Verbannung nach Sibirien. Landärzte sind keine Opfer.

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