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Kita-Ausbau in NRW: Land will weitere 13.000 U3-Plätze

Kita-Ausbau in NRW : Land will weitere 13.000 U3-Plätze

Zusätzlich zu den bereits vorhandenen 145.000 Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren (U3) soll es im nächsten Kita-Jahr 2014/15 rund 13.000 weitere U3-Plätze in Kitas und bei Tagesmüttern geben. Dies kündigte NRW-Familienministerin Ute Schäfer (SPD) zu Beginn ihrer landesweiten "Kita-Tour" an.

Den Auftakt bildete der Besuch in einer soeben erst eröffneten Kita in Düsseldorf. Der CDU-Politiker Bernhard Tenhumberg kritisierte die Tour: "Statt Problem-Kitas in Problembezirken zu besuchen, beschränkt Ministerin Schäfer ihre Tour überwiegend auf Vorzeigeprojekte." Das diene "vielleicht der Selbstinszenierung der Ministerin, hilft aber nicht beim Aufspüren und Lösen der Probleme, die viele Erzieherinnen und Eltern hierzulande umtreibt."

Schäfer sieht Verbesserungsbedarf bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zwei Drittel der 9364 Kindertageseinrichtungen seien bereits vor 7.30 Uhr geöffnet; nach 17 Uhr seien es nur drei Prozent. Hier müssten "passgenaue Lösungen vor Ort" gefunden werden. Das Land könne den Kommunen keine Vorschriften machen, weil sich dann sofort die Finanzierungsfrage stelle. Aus demselben Grund könne das Land auch nicht auf einheitliche Elternbeiträge dringen.

Die Ministerin will Hinweisen nachgehen, dass Eltern zuweilen das maximale Betreuungsangebot von 45 Stunden buchen müssten, um einen Betreuungsplatz zu bekommen. Dies gelte vor allem für U3-Kinder, obwohl die Eltern auch mit einem geringeren Stundenumfang zurechtkämen.

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Dem Wunsch vor allem der Evangelischen Kirche, den Trägeranteil von derzeit zwölf auf neun Prozent zu senken, werde das Land aus Kostengründen und mit Blick auf die Schuldenbremse nicht nachkommen können, sagte Ute Schäfer. Die Evangelische Kirche, die mit der Schließung jeder dritten ihrer Einrichtungen droht, fordert Gleichbehandlung mit den anderen Trägern, die nur einen Eigenanteil von neun Prozent zu tragen hätten. Insgesamt befinden sich in NRW fast 40 Prozent der Kindertageseinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft.

(hüw)