Kritik an ARD und ZDF: Armin Laschet moniert „absurd“ hohe Summen für Sportlizenzen

Kritik an ARD und ZDF : Laschet moniert „absurd“ hohe Summen für Sportlizenzen

Deutliche Worte aus der NRW-Landeshauptstadt: Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Amin Laschet mahnt Reformen bei Pensionen und Sportlizenzen der öffentlich-rechtlichen Sender an.

So seien die Summen, die die Öffentlich-Rechtlichen für Sportlizenzen zahlten, „absurd“, sagte Laschet dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“. Da müssten die Sender behutsamer und sparsamer sein. „Auch die Honorare für die Moderation von Samstagabendshows erscheinen teilweise zu hoch“, sagte Laschet. Kritisch bewertete der NRW-Ministerpräsident zudem hohe Pensionskosten. Ein hoher Anteil an den Personalkosten gehe zurück auf die Pensionen, „die waren in der Vergangenheit zu großzügig“.

Die Medienlandschaft insgesamt stehe unter Druck, erklärte Laschet und verwies auf Schließungen von Lokalzeitungsredaktionen. „Die Einzigen, die da eine privilegierte Stellung haben, sind die Redakteure im öffentlich-rechtlichen Rundfunk“, erklärte Laschet. Jüngste Gutachten im Zuge der Beitragsdebatte bescheinigten ihnen überdurchschnittliche Gehälter. „Alles ist staatlich garantiert, egal ob es einer schaut oder nicht: Der Sender sendet.“

Laschet betonte, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk erhalten zu wollen: „Ich werbe gerade für eine gute und angemessene Finanzierung, während andere klar sagen, sie würden keiner Beitragserhöhung mehr zustimmen.“ Alle Anstalten sollten erhalten bleiben, auch die kleinen, unterstrich Laschet. Denn sie spiegelten das föderale System. „Aber bei den Strukturen sollte sich einiges ändern, etwa bei der gemeinsamen technischen Infrastruktur.“

Laschet begrüßte es, dass sich WDR-Intendant Tom Buhrow wegen des umstrittenen WDR-Videos mit dem Satirelied über eine Oma als „Umweltsau“ entschuldigt habe. Er betonte, angesichts des zunehmenden Drucks, unter dem die Medienlandschaft stehe, erwarte er „eine gewisse Verantwortung, dass man den Programmauftrag ernst nimmt - und der sieht explizit den gesellschaftlichen Zusammenhalt und ein diskriminierungsfreies Miteinander vor“.

Ein starker öffentlich-rechtlicher Rundfunk brauche auch eine Fehlerkultur, unterstrich Laschet. Man müsse einen Beitrag kritisieren dürfen, etwa das „Umweltsau“-Video. „Mit Kritik wird ein Sender wie der WDR nur stärker“, sagte Laschet, der bei Twitter geschrieben hatte, der WDR habe mit dem Lied Grenzen des Stils und des Respekts gegenüber Älteren überschritten.

(felt/epd)