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Kriminalität in der Corona-Krise gesunken

NRW-Innenministerium : Kriminalität in der Krise gesunken

Weniger Wohnungseinbrüche, weniger Taschendiebstähle, weniger Raum – die Zahl der Delikte hat abgenommen. Vor allem bei häuslicher Gewalt hatten Experten mit einem Anstieg gerechnet.

Die Corona-Krise wirkt sich auf die Kriminalität in Nordrhein-Westfalen aus: Aktuelle Zahlen des Innenministeriums, die unserer Redaktion vorliegen, zeigen einen deutlichen Rückgang der Delikte in vielen Kriminalitätsfeldern seit Beginn der Pandemie in Deutschland.

Besonders auffällig ist, dass die NRW-Polizei im Zeitraum vom 1. März bis zum 24. Mai 2020 deutlich weniger Fälle von häuslicher Gewalt registriert hat als im selben Zeitraum der beiden Vorjahre – und das, obwohl die Menschen wegen des Virus gehalten waren, zu Hause zu bleiben und Experten erwarteten, dass diese Delikte deswegen signifikant zunehmen würden. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: 6486 Fälle von häuslicher Gewalt gab es demnach in den zurückliegenden drei Monaten in NRW; 2019 waren es 8705 und im März 2018 8477 Fälle. Eine Sprecherin des Innenministeriums betonte, dass es sich dabei um vorläufige Zahlen handele, die sich noch ändern könnten.

Deutlich zurück ging auch die Zahl der Wohnungseinbrüche. Gab es zum gleichen Zeitraum der Vorjahre immer mehr als mindestens 5400 Fälle, wurde in diesem Jahr nur 3453 Mal eingebrochen. Ebenfalls deutlich zurück ging auch die Zahl der Taschendiebstähle: von 7561 Fällen 2019 auf 3682 Fälle. Selbst bei Straftaten gegen ältere Leute, bei denen es sich häufig um Trickbetrug am Telefon und der Haustür handelt, verzeichnete die Polizei von März bis zum 24. Mai mit 8403 Delikten rund 1200 weniger als in den drei Monaten 2019. Auch beim Delikt Raub gingen die Fallzahlen deutlich zurück – von 2673 im Jahr 2019 auf 1803.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte unserer Redaktion: „Jeder Rückgang von Kriminalität ist erfreulich, aber wir dürfen uns keine Illusionen machen: Die Zahlen werden wieder ansteigen, wenn die Auflagen wegen der Pandemie weiter gelockert werden. Einzelne Deliktsfelder werden wir uns in Ruhe ansehen, wenn die Zahlen wirklich belastbar sind. So lange gilt für die Sicherheitsbehörden: Wachsam sein und weiterarbeiten.“