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NRW-CDU sucht Fraktionschef: Krautscheid nicht mehr im Rennen

NRW-CDU sucht Fraktionschef : Krautscheid nicht mehr im Rennen

Andreas Krautscheid, Generalsekretär der NRW-CDU, tritt nicht als Kandidat für den Vorsitz der Landtagsfraktion an. In der Sitzung der CDU-Landtagsfraktion erklärte Krautscheid, er wolle Generalssekretär der NRW-CDU bleiben, erfuhr unsere Redaktion aus CDU-Fraktionskreisen.

Als Bewerber für den CDU-Fraktionsvorsitz bleiben somit Armin Laschet (bisher Familienminister) und Karl-Josef Laumann (bisher Arbeitsminister) im Rennen. Die Wahl des CDU-Fraktionschefs soll am 6. Juli stattfinden.

Die Wahl des Fraktionschef ist in der NRW-CDU eine ausgeprochen brisante Personalie. Denn der neue Fraktionschef wäre vermutlich auch der Spitzenkandidat der Union für die nächste Landtagswahl — es sei denn, Rüttgers wollte noch einmal antreten, wie manche ihm nachsagen.

Sollte das so sein, spricht einiges dafür, dass sich Rüttgers dafür einsetzen würde, dass Sozialminister Karl-Josef Laumann an die Spitze der Fraktion gelangt. "Den Karl-Josef mögen alle", heißt es in der Union. Allerdings werden Laumann keine Ambitionen auf das Amt des Ministerpräsidenten unterstellt. Gerade das könnte ihm die Unterstützung von Rüttgers sichern.

Bis zur Sitzung der Landtagsfraktion am Dienstag galt auch Generalsekretär Andreas Krautscheid als heißer Kandidat mit dem nötigen "Biss". Bedenken waren indes bei jeder Nennung seines Namens eine chronische Begleiterscheinung. Denn wer soll sich um die innere Organisation der Landespartei kümmern, wenn nicht der kampagnenfähige Rüttgers-Vertraute? Auch für den Landtagswahlkampf im Falle von Neuwahlen fiele Krautscheid aus, sollte er an die Fraktionsspitze wechseln.

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Die Skeptiker behielten recht. Nun bleibt neben Laumann nur noch Familienminister Armin Laschet, dem ebenfalls ein Interesse am Fraktionsvorsitz nachgesagt wird. Seine Fähigkeit zu moderieren ist unbestritten. In seiner Heimatstadt Aachen hat er die Zusammenarbeit von CDU und Grünen angeschoben. Einigen in der Union gilt er deswegen als "zu links".

Möglicherweise kommt es am 6. Juli in der Landtagsfraktion zu einer Kampfabstimmung zwischen Laschet und Laumann. Denkbar aber auch, dass sich beide im Vorfeld einigen.

Rüttgers hat deutlich gemacht, dass er nicht Fraktionschef werden will; er ist aber bis 2011 gewählter CDU-Landesvorsitzender. Der Bochumer CDU-Kreisvorsitzende Christoph Konrad begrüßt den Verbleib im Amt. Andere Unionspolitiker argumentieren geografisch: Mit Rüttgers sei das Rheinland an der NRW-Parteispitze vertreten, mit Krautscheid der Mittelrhein und mit einem Fraktionschef Karl-Josef Laumann das Münsterland. Häufig hört man aus den Reihen der CDU, dass Rüttgers sich große Verdienste um den Zusammenhalt der Partei erworben habe, in der früher Streitereien an der Tagesordnung gewesen seien.

Ende November findet in Karlsruhe der CDU-Bundesparteitag statt. Rüttgers ist einer von vier Stellvertretern von Bundesparteichefin Angela Merkel. Christian Wulff und Roland Koch stehen nicht mehr zur Verfügung. Eine Wiederwahl von Rüttgers gilt in Berlin als unwahrscheinlich.

CDU nominiert Uhlenberg

Die CDU-Landtagsfraktion in NRW hat den bisherigen Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) einstimmig für das Amt des Landtagspräsidenten nominiert. Man erhebe den "Anspruch" auf das Amt, weil die CDU bei der Landtagswahl am 9. Mai mehr Stimmen als die SPD gewonnen habe, sagte der kommissarische CDU-Fraktionschef Christian Weisbrich am Dienstag in Düsseldorf. Mit anderen Fraktionen habe man bisher aber noch nicht über den Personalvorschlag gesprochen.

Uhlenberg sprach von einer "großen Ehre und einer großen Herausforderung". Er wolle als Parlamentspräsident die "Distanz zwischen den Wählern und der Landespolitik" überwinden helfen. Von seinem Amt als Minister wolle er "zeitgleich" zurücktreten, falls er zum Landtagspräsidenten gewählt wird.

Hier geht es zur Bilderstrecke: CDU-General: Das ist Andreas Krautscheid

(RP)