Zahlen-Irrtum bei "Heute-Journal": Kraft korrigiert sich nach Fernseh-Interview

Zahlen-Irrtum bei "Heute-Journal" : Kraft korrigiert sich nach Fernseh-Interview

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hat mit einem Zahlen-Irrtum für Irritationen gesorgt. Im Gespräch mit "Heute-Journal"-Moderator Claus Kleber bezifferte Kraft am Donnerstag die Kosten der derzeitigen Netzkostenbefreiung für große Stromverbraucher für jeden Bürger auf 90 Cent pro Tag.

Nach dem aufgezeichneten Interview korrigierte sie sich. Kleber teilte den Zuschauern mit, die tatsächliche Belastung liege laut Kraft bei 90 Cent pro Monat.

Hintergrund ist ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf, das die Regelung zur Befreiung stromintensiver Unternehmen von Netzkosten für nichtig erklärt hat. Bisher bezahlen die Verbraucher die Befreiung über ihren Strompreis mit. Kanzlerin Angela Merkel hat bei einem Spitzentreffen deutlich gemacht, dass sie bereit ist, die Stromrabatte zu begrenzen.

Kraft warnte im ZDF jedoch vor zu starken Belastungen der Unternehmen. Die Wettbewerbsfähigkeit müsse gewahrt bleiben. Kraft will deshalb die Netzkostenbefreiung der Industrie weiterhin zumindest teilweise von den Verbrauchern mittragen lassen. Schließlich sei jeder Verbraucher betroffen, "wenn Arbeitsplätze wegfallen", sagte Kraft. Mit steuerfinanzierten Strom-Freikontingenten sollen die Verbraucher dafür entlastet werden.

(boett)