"Alles in allem ein gesunder Konzern": Kraft: Debatte um ThyssenKrupp ist "Schwarzmalerei"

"Alles in allem ein gesunder Konzern" : Kraft: Debatte um ThyssenKrupp ist "Schwarzmalerei"

In der Diskussion um die Lage beim kriselnden ThyssenKrupp-Konzern hat die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) zu Gelassenheit aufgerufen.

Sie halte "das alles für Schwarzmalerei", sagte Kraft am Montag in der n-tv-Sendung "Heiner Bremer - Unter den Linden 1". Kraft ist Kuratoriumsmitglied der Krupp-Stiftung, die 25,3 Prozent an dem Essener Dax-Konzern hält und damit wichtigster Großaktionär ist. "Es sind Fehlinvestitionen gelaufen in dem Unternehmen, es gab kartellrechtliche Problemsituationen, aber alles in allem ist das ein guter, ein gesunder Konzern", betonte Kraft. "Und wir haben ein hohes Interesse daran, dass dieser Konzern auch so bestehenbleibt."

Auf die Frage, ob Kraft in jedem Fall versuchen würde, eine Zerschlagung des Mischkonzerns zu verhindern, sagte sie: "Ich muss nur auf die Zahl der Arbeitsplätze schauen. Dass ThyssenKrupp für Nordrhein-Westfalen, aber auch für die Bundesrepublik Deutschland, ein wichtiger Konzern ist, darüber sind wir uns einig, und dass es Sinn macht, diese Arbeitsplätze auch in Deutschland zu erhalten."

Bei dem kriselnden Konzern mit weltweit rund 150.000 Mitarbeitern gibt es seit einiger Zeit Spekulationen um eine mögliche Kapitalerhöhung. Bei einem solchen Schritt könnte jedoch die Sperrminorität der Krupp-Stiftung fallen, die als Bollwerk gegen mögliche feindliche Übernahmen gilt. Der Stiftung fehlt das Geld, um bei einer Kapitalerhöhung mitzuziehen. Es gibt aber auch Spekulationen, dass die RAG-Stiftung, die den Bergbau abwickelt, bei dem Konzern einsteigen könnte. Sie könnte der Krupp-Stiftung dabei helfen, ihren dominierenden Einfluss zu behalten. Der jahrzehntelange Chef der Krupp-Stiftung, Berthold Beitz, war Ende Juli im Alter von 99 Jahren gestorben.

Am Dienstag legt ThyssenKrupp die Zahlen für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2012/2013 (30.9.) vor. Mit Spannung werden dann auch Neuigkeiten in Sachen Kapitalerhöhung erwartet.

(dpa)