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Kommentar: NRW verdrängt die Spätfolgen des Tagebaus

Grüne fordern RAG-Stiftung für Braunkohle : NRW verdrängt die Spätfolgen des Tagebaus

Mit den Tagebau-Ewigkeitslasten hält die Landesregierung sich nicht lange auf: Es gibt sie nicht, deshalb muss man die Kosten auch nicht kalkulieren.

Man muss kein Greenpeace-Aktivist sein, um das für naiv zu halten. Das Baggerloch Garzweiler wird zum Ende der Förderung im Jahr 2045 über 180 Meter tief und 23 Quadratkilometer groß sein. Um es in einen See zu verwandeln, sollen danach über 40 Jahre hinweg zwei Milliarden Kubikmeter Wasser aus dem Rhein eingespeist werden. Mit den Tagebauen Hambach und Inden ist Ähnliches geplant. Für derart massive geologische Eingriffe gibt es weltweit nur wenig Erfahrungswerte. Wer will da ernsthaft ausschließen, dass es in 70 Jahren nicht doch zu Problemen kommt?

Der Grünen-Politiker Reiner Priggen fordert, die Rückstellungen von RWE für die Tagebau-Folgekosten in einen Sonderfonds nach Vorbild der RAG-Stiftung zu überführen. Das ist eine gute Idee. Das Geld wäre dort sicherer als in der RWE-Kasse. Denn wer weiß, ob es die in 70 Jahren überhaupt noch gibt. Außerdem käme es auf diesem Weg endlich auch zu einer unabhängigen und transparenten Hochrechnung der Folgekosten, die RWE bis heute verweigert.

(RP)