Kommentar: Es ist vernünftig, dass die CDU in NRW eine Wahlhilfe durch die Afd ablehnt.

Kommunalwahl im Herbst : CDU muss AfD in NRW kalte Schulter zeigen

Die AfD bietet der CDU Hilfe bei den Stichwahlen zur NRW-Kommunalwahl im Herbst an. Die Christdemokraten sollten dieses durchschaubare Manöver zurückweisen.

Die CDU ist klug beraten, das „Angebot“ der AfD kühl zurückzuweisen, ihre Kandidaten bei den kommunalen Stichwahlen im Herbst zu unterstützen. Denn es soll in Wahrheit nicht der Union nützen, sondern die AfD salonfähig als scheinbar normale politische Partei machen. Das ist sie aber nicht, wie der AfD-Parteitag am Samstag in Marl bestätigt hat: Selbst der NRW-Landesverband hat nicht die Kraft, ganz weit rechts stehende Personen von wichtigen politischen Wahlämtern wie der Teilnahme am parteiinternen „Konvent“ fernzuhalten. Die sich selbst als moderat ansehenden Kräfte in NRW haben nicht einmal genug Stimmen, um das Landesschiedsgericht nur mit ihresgleichen zu besetzen. Als Ergebnis können auf lokaler Ebene Anhänger des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke weiterhin ihr Unwesen treiben. Anders gesagt: Wichtige Teile der AfD in NRW stehen der NPD näher als der CDU.

Gleichzeitig ist das „Angebot“der rechtspopulistischen Partei, sich als Hilfstruppe der CDU zu positionieren, eher eine Banalität: Da die Stichwahlen in den Gemeinden fast immer nur zwischen den drei großen Parteien CDU, SPD und Grüne ausgetragen werden, hat die AfD sowieso keine Alternative dazu, die Union zu unterstützen. Sie würde sich lächerlich machen, wenn sie durch eine neutrale Haltung indirekt Kandidaten der Grünen oder der SPD begünstigen würde, nachdem sie seit Jahren Stimmung gegen angeblich„rot-grüne-Versiffung“ von Deutschland macht.

Hinzu kommt: Es mag so sein, dass acht, neun oder zehn Prozent der NRW-Bürger die AfD auch bei einer Kommunalwahl unterstützen, um irgendeine Form von Protest loszuwerden. Aber warum diese Bürger Wahlempfehlungen der AfD folgen sollen, das bleibt Geheimnis der AfD.