Trotzdem Streit um Zahlen: Kita-Platz-Ausbau kommt in NRW voran

Trotzdem Streit um Zahlen : Kita-Platz-Ausbau kommt in NRW voran

Nordrhein-Westfalen ist beim Ausbau der Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren in den vergangenen Monaten deutlich vorangekommen. Nach unterschiedliche Statistiken von Bund und Land sind seit März 2013 zwischen knapp 58.000 und 73.000 neue Plätze in den NRW-Kommunen entstanden.

Damit stand rein rechnerisch zu Beginn des neuen Kindergartenjahres im bevölkerungsreichsten Bundesland für jedes dritte Kind unter drei Jahren ein Kita-Platz zur Verfügung. Über die genauen Zahlen sind sich Bund und Land uneinig.

Nach den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen des Bundesfamilienministerium standen in NRW im Juli 2013 knapp 160.000 Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung. Das Land NRW sprach am Mittwoch hingegen von rund 145.000 Betreuungsplätzen.

NRW-Familienministerin Ute Schäfer (SPD) vermutete in einer Pressemitteilung hinter diesen unterschiedlichen Zahlen taktische Gründe im Hinblick auf den Wahlkampf. "Mir scheint, dass die Bundesfamilienministerin ihre Kita-Bilanz mit Blick auf die bevorstehenden Bundestagswahlen nun schönrechnen will", erklärte Schäfer. Das Bundesfamilienministerium wies den Vorwurf zurück: Die Berliner Zahlen beruhten auf Angaben des Düsseldorfer Ministeriums.

Laut der Statistik des Bundesfamilienministeriums lag die Versorgungsquote der unter Dreijährigen bei 36,4 Prozent. Im März 2013 hatte die Quote lediglich bei knapp 20 Prozent gelegen. Das ist einer Tabelle zufolge der höchste Anstieg unter allen Bundesländern.

Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ein- und zweijährige Kinder war im August bundesweit in Kraft getreten. In vielen Großstädten ist der Bedarf an Betreuungsplätzen weit höher als das Angebot.

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(lnw)