Experten-Vorschläge an die Länder So soll die Lehrer-Ausbildung in NRW besser werden

Düsseldorf · Ein Expertengremium hat Vorschläge erarbeitet, wie die Lehrer-Ausbildung besser werden kann. Man sei „bereit für mutige Veränderungen“, hieß es aus dem NRW-Schulministerium.

 Im Unterricht (Symbolbild). Forschende haben ein Gutachten dazu vorgelegt, wie die Schulen besser mit Lehrkräften versorgt werden sollen.

Im Unterricht (Symbolbild). Forschende haben ein Gutachten dazu vorgelegt, wie die Schulen besser mit Lehrkräften versorgt werden sollen.

Foto: dpa/Ina Fassbender

Mit vielsagende Worten reagierte das Schulministerium von Dorothee Feller (CDU) auf die Vorschläge aus der Wissenschaft. „Nordrhein-Westfalen ist bereit für mutige Veränderungen und die Ergänzung um neue, wirksame Elemente in der Lehrkräfteausbildung“, hieß es. Die Bundesländer hätten sich in der Kultusministerkonferenz darauf verständigt, „bis zum kommenden Frühjahr Klarheit darüber zu erreichen, welche Schritte aus dem Gutachten abzuleiten sind“.

Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz hat am Freitag eine Reihe von Vorschlägen zur Lehrkräfte-Ausbildung und -Gewinnung präsentiert. Unter anderem schlagen die Expertinnen und Experten vor, das Referendariat auf ein Jahr zu verkürzen – einhergehend mit einer engeren Verzahnung von Studium und Praxis. Bislang ist das Referendariat in NRW 18 Monate lang.

Ferner raten sie zu einer Fortbildungsverpflichtung von 30 Stunden pro Jahr für alle Lehrkräfte, um sicherzustellen, dass die Pädagogen sich mit neuen Inhalten und Anforderungen auseinandersetzen. Bislang sind Fortbildungen in NRW rein freiwillig. Und es wird für Quereinsteiger die Einführung eines zweiten Wegs ins Lehramt empfohlen. Studierende oder Berufswechsler könnten ein Masterstudium in einem einzigen Unterrichtsfach aufsatteln, anschließend ein Referendariat.

Lehrervertreter aus Nordrhein-Westfalen kamen zu differenzierten Urteilen über die Vorschläge. Die Idee zu Ein-Fach-Lehrern sehe man kritisch, hieß es etwa vom Verband Bildung und Erziehung: Gerade für kleinere Schulen könnte das demnach zu Problemen in der Praxis führen. Ein-Fach-Lehrkräfte sind weniger vielseitig einsetzbar als ihre klassisch ausgebildeten Kollegen.

„Die Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte muss besser und strukturierter angegangen werden“, befand Andreas Bartsch, Präsident des Lehrerverbands NRW. Er wollte aber nicht so weit gehen, dass es eine Verpflichtung geben müsse – vielmehr müsse das Angebot besser aufgestellt werden. Eine Verkürzung des Referendariats sehe man kritisch, wünschenswert wäre aber „mehr Begleitung in der ersten Zeit nach dem zweiten Staatsexamen“, so Bartsch.

Die Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Ayla Çelik, begrüßte den Ansatz, Zulassungsbeschränkungen zu Lehramtsstudiengängen aufzuheben „In Zeiten des Lehrkräftemangels ist der Numerus Clausus Ausdruck einer verfehlten Priorisierung“, sagte sie. „Das Land muss die Universitäten dabei unterstützen, den Ausbau von Studienplätzen voranzutreiben.“

Allzu hohe Erwartungen wollte das NRW-Schulministerium allerdings schon am Freitag dämpfen. Ehrgeizige Ziele für die Bildungssysteme der Länder seien nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt der nötigen Ressourcen zu prüfen, betonte es.

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