Hannelore Kraft in der Kritik: Junge Union fordert "Twitter-Rücktritt"

Hannelore Kraft in der Kritik : Junge Union fordert "Twitter-Rücktritt"

Im zurückliegenden Wahlkampf hat Hannelore Kraft eine Offensive beim Kurznachrichtendienst Twitter gestartet. Nach ihrem deutlichen Wahlsieg herrscht in ihrem Account jedoch meistens Funkstille. Die Junge Union fordert nun Konsequenzen.

Rückblick: Im Wahlkampf hatte die NRW-SPD ihre Präsenz in sozialen Netzwerken deutlich verstärkt. Auf einem eigenen Twitter-Kanal hielten die Ministerpräsidentin und ihr Wahlkampf-Team ihre Follower regelmäßig auf dem Laufenden. Persönliche Einträge von Kraft waren mit "HK" gekennzeichnet, Beiträge ihres Teams mit "TK". Kraft versprach damals, auch nach einem Wahlsieg weiter bei Twitter aktiv sein zu wollen.

Wie die Junge Union in NRW nun leicht süffisant vorrechnet, ist von diesem Versprechen nicht viel übriggeblieben. Bei einem Blick in die Accounts der Ministerpräsidentin wird in der Tat deutlich: Krafts letzter persönlicher Eintrag bei Twitter datiert offenbar vom 12. Mai. Damals gratulierte sie Borussia Dortmund zum Double-Sieg.

Die Junge Union fordert jetzt den "Twitter-Rücktritt" der Ministerpräsidentin. "Der politische Alltag findet seit der Landtagswahl wieder ohne ihre Follower statt. Hannelore Kraft sollte sich offiziell als Nicht-Twitter-Nutzerin bekennen und ihren Account wieder schließen", fordert der JU-Vorsitzende Sven Volmering.

"Wir sind uns bewusst, dass es in allen Parteien, und auch in der CDU Nachholbedarf bei der Nutzung sozialer Netzwerke gibt. Dennoch hat insbesondere eine Ministerpräsidentin, die sich im Wahlkampf als 'authentisch' dargestellt hat, auch bei Twitter eine hohe Verantwortung", ergänzt Volmering.

Der damalige CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen hatte übrigens gänzlich auf einen Twitter-Account verzichtet. Wenige Minuten nach Bekanntgabe der ersten Prognosen stellte der ehemalige Bundesumweltminister seine politischen Ämter im Land zur Verfügung.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Aufstieg und Fall von Norbert Röttgen

(csi)
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