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Kommentar: Inklusion — aber so nicht

Kommentar : Inklusion — aber so nicht

Man kann nur hoffen, dass es nicht so weit kommt. Aber falls man sich in, sagen wir, zehn Jahren fragen sollte, warum der gemeinsame Unterricht behinderter und nicht behinderter Kinder in NRW von den meisten Eltern als Gefahr und nicht als Chance gesehen wird – dann könnte man zum Beispiel auf das Schreiben der Bezirksregierung Köln von voriger Woche verweisen.

Man kann nur hoffen, dass es nicht so weit kommt. Aber falls man sich in, sagen wir, zehn Jahren fragen sollte, warum der gemeinsame Unterricht behinderter und nicht behinderter Kinder in NRW von den meisten Eltern als Gefahr und nicht als Chance gesehen wird — dann könnte man zum Beispiel auf das Schreiben der Bezirksregierung Köln von voriger Woche verweisen.

Es fordert von den Schulträgern eine Blankovollmacht für die Inklusion in gut zwei Dritteln aller Fälle. Und noch dreister: Die Bezirksregierung will Verwaltungsaufwand reduzieren und begründet das damit, zusätzliche Personal- oder Sachausstattung sei für lernbehinderte Schüler meist nicht nötig.

Tausende Eltern und Schüler im Land können das aus eigener Anschauung widerlegen. Wenn eine Schulaufsichtsbehörde die Akzeptanz der Inklusion mit solchen Argumenten untergräbt, kommen dafür zwei Gründe infrage: heillose Überforderung oder eine groteske Entfernung von der Lebenswirklichkeit. Man weiß nicht, was schlimmer wäre. Jedenfalls sollte das Ministerium schleunigst einschreiten.

(RP)