Einigung nach über zehn Stunden: Holzstreit zwischen NRW und Klausner vorerst beigelegt

Einigung nach über zehn Stunden : Holzstreit zwischen NRW und Klausner vorerst beigelegt

Der erbitterte Streit um Holzlieferungen aus den nordrhein-westfälischen Staatswäldern ist am Freitagabend beigelegt worden. Das Land sagte dem österreichischen Säge-Unternehmer Klausner zu, sechs Monate lang knapp 200.000 Festmeter Fichtenstammholz zu reservieren.

In dieser Zeit soll eine abschließende Vereinbarung über zukünftige Lieferungen getroffen werden. Klausner hatte das Land ursprünglich dazu zwingen wollen, 2013 kein Holz aus NRW-Wäldern mehr an Mitbewerber zu verkaufen. Von dieser Maximalforderung rückte das Unternehmen nach über zehnstündiger Verhandlung vor dem Landgericht Münster jedoch wieder ab.

Das Land hatte Klausner die jährliche Lieferung von 500.000 Festmetern Fichtenstammholz zugesagt. Der Vertrag war 2007 abgeschlossen worden, nachdem der Orkan "Kyrill" enorme Sturmschäden verursacht hatte. Diese Vereinbarung kann vom Land jedoch nicht eingehalten werden. "Wir haben das Holz nicht", sagte Staatssekretär Peter Knitsch im Prozess. Die Menge stehe in den heimischen Wäldern nicht zur Verfügung.

Das Land hatte bereits 2009 versucht, aus dem laufenden Vertrag auszusteigen. Das war jedoch nicht gelungen. Das Oberlandesgericht in Hamm hatte die Liefervereinbarung Ende 2012 für rechtens erklärt. Aber auch danach hatte es keine weiteren Holzlieferungen an die Sägewerke der Klausner-Gruppe gegeben. Dabei wird das Holz dort offenbar dringend benötigt. "Wir sind auf dieses Holz angewiesen - und zwar jetzt", sagte Anwalt Wolf Stumpf, der das Unternehmen vor Gericht vertritt. Deshalb habe man dem Land die Möglichkeit verbauen wollen, es an andere Sägewerke zu verkaufen.

Der Antrag auf einen Lieferstopp hatte in der NRW-Sägeindustrie für Empörung gesorgt. Der Vertreter eines Unternehmens, dass sich dem Prozess aufseiten des Landes angeschlossen hatte, sagte vor Gericht:
"Hier soll die ganze Sägewirtschaft in Geiselhaft genommen werden."

Über die Schadenersatzforderungen, die sich inzwischen auf knapp unter 120 Millionen Euro belaufen sollen, muss in einem Parallelverfahren entschieden werden. Das wird laut Gericht jedoch frühestens 2014 sein.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Blick zurück: Orkan "Kyrill" verursacht Waldschäden

(lnw/felt/nbe)
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