NRW: Höchster Krankenstand im Gesundheitsministerium

NRW : Höchster Krankenstand im Gesundheitsministerium

Die Mitarbeiter der NRW-Ministerien und der sonstigen Landesverwaltung sind deutlich häufiger krank als der Durchschnitt der Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen. Das geht aus einem internen Bericht der Landesregierung hervor, der unserer Redaktion vorliegt.

Demnach waren die von der Erhebung erfassten 143.112 Beschäftigten in der Landesverwaltung im vergangenen Jahr im Schnitt 17,8 Tage krank. Der Landesdurchschnitt aller Beschäftigten in NRW kam 2012 laut Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse auf 14,5 Krankentage.

Der Bericht, den die Landesregierung auf Antrag des FDP-Fraktionsvizes Ralf Witzel erweitert hat und den er in der kommenden Woche im Personalausschuss vorstellen will, gibt auch Auskunft über die Krankenquoten in den einzelnen Ministerien — also über den Anteil der krankheitsbedingten Ausfälle an der Soll-Arbeitszeit. Diese Quote ist im NRW-Gesundheitsministerium (Ministerin Barbara Steffens, Grüne) mit 7,99 Prozent am höchsten, gefolgt vom Familienministerium (Ministerin Ute Schäfer, SPD) mit 7,91 Prozent und dem Innenministerium (Minister Ralf Jäger, SPD) mit 7,78 Prozent. Am geringsten ist der Krankenstand im Justizministerium (Minister Thomas Kutschaty, SPD) mit 3,37 Prozent und in der Staatskanzlei von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) mit 5,1 Prozent.

Zahlen über den Krankenstand der Lehrer in NRW sind in dem Bericht nicht erfasst. Laut Landesregierung "kann der Krankenstand für die rund 182 000 Lehrkräfte an rund 5800 Schulen derzeit noch nicht elektronisch erfasst und verarbeitet werden". Ergebnisse dazu sollen erst im Jahr 2015 vorliegen.

Aber für den Landesrechnungshof und nachgeordnete Behörden der Ministerien weist der Bericht ebenfalls zwischen den Ressorts klar abgegrenzte Kennzahlen aus. Dazu gehören zum Beispiel die Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalten, der Gesundheitsämter oder der Polizei. Den höchsten Krankenstand haben Behörden im Verantwortungsbereich des Gesundheitsmin-isteriums mit 9,31 Prozent, den niedrigsten im Bereich von Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) mit 6,1 Prozent.

Insgesamt stieg der Krankenstand unter den NRW-Beschäftigten im vergangenen Jahr um 0,1 auf 7,4 Prozent. Dazu sagt Witzel: "Die Landesregierung rühmt sich einer Vielzahl von Programmen zugunsten der Gesundheit ihrer Beschäftigten. Offensichtlich wirken diese noch nicht alle, sonst wäre der Krankenstand in den Landesbehörden nicht seit 2010 kontinuierlich gestiegen." Witzel forderte zugunsten der Beschäftigten eine Verbesserung dieser Programme.

(tor)