CDU-General im Interview: Hermann Gröhe: "Schmerzhafte Verluste"

CDU-General im Interview : Hermann Gröhe: "Schmerzhafte Verluste"

Es ist die erste Wahl, die der neue CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe aus Neuss erklären muss. Es hätte kaum schlimmer kommen können. Die herbe Niederlage in Düsseldorf ist auch für die Berliner Koalition ein Rückschlag. Kurz bevor Gröhe zum Spitzengespräch mit der Kanzlerin ins Kanzleramt eilte, sprach unser Berliner Korespondent Michael Bröcker mit dem CDU-Politiker.

Mehr als zehn Prozent Minus. Wie erklären Sie die herben Wahlverluste der CDU in NRW?

Gröhe: Die CDU hat in der Tat schmerzhafte Verluste erlitten. Leider haben die Wählerinnen und Wähler nicht die starke Bilanz von Jürgen Rüttgers und seiner Landesregierung honoriert.

Warum nicht?

Gröhe: Das hat verschiedene Ursachen im Land wie im Bund. So gab es ärgerliche Vorgänge im Landesverband, die den Wahlkämpfern die Arbeit erschwert haben. Hinzu kam manch unnützer Streit in der Koalition auf Bundesebene, insbesondere in den ersten Wochen des neuen Jahres.

Die Kritik an der Bundesregierung ist seit Monaten stark. Welchen Anteil hat die Berliner Koalition an der Niederlage in Düsseldorf?

Gröhe: Es geht doch jetzt nicht darum, den Schwarzen Peter zu verteilen. Wir haben den Wahlkampf in engem Schulterschluss mit der nordrhein-westfälischen CDU geführt. Wir haben am Abend der Bundestagswahl gemeinsam gewonnen, wir stehen auch im Angesicht der Verluste eng zusammen. Die schwarz-gelbe Mehrheit im Bundesrat ist weg.

Was sind die Folgen für die Bundesregierung?

Gröhe: Welche Auswirkungen sich aus dieser Wahl für den Bund ergeben, kann erst nach einer Regierungsbildung in NRW beurteilt werden. Klar ist aber, dass es mit Blick auf den Bundesrat nicht leichter wird.

Was wollen Sie im Bund jetzt anpacken?

Gröhe: Wir sind weiter fest entschlossen, Deutschland in einer sehr schwierigen Phase in eine sichere Zukunft zu führen. Angesichts der großen Herausforderungen, vor denen wir in Europa stehen, darf es keine Blockadepolitik im Bundesrat geben.

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