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NRW: Grüne setzen auf Graffiti-Wahlkampf

NRW : Grüne setzen auf Graffiti-Wahlkampf

Die Grünen wollen bei der Kommunalwahl in NRW ein zweistelliges Ergebnis erzielen und drittstärkste Kraft in den Parlamenten werden. Im Wahlkampf sollen die Themen Klimaschutz und Verkehr im Mittelpunkt stehen. Dabei setzt die Partei auch auf neue Aktionselemente – so sollen Slogans mit Kreide auf Straßen und Mauern gesprüht werden.

Die Grünen wollen bei der Kommunalwahl in NRW ein zweistelliges Ergebnis erzielen und drittstärkste Kraft in den Parlamenten werden. Im Wahlkampf sollen die Themen Klimaschutz und Verkehr im Mittelpunkt stehen. Dabei setzt die Partei auch auf neue Aktionselemente — so sollen Slogans mit Kreide auf Straßen und Mauern gesprüht werden.

Obwohl die Farbe abwaschbar und die heiße Phase des Wahlkampfs noch längst nicht begonnen hat, regt sich an den Plänen bereits Kritik. Die Stadt Köln kündigte Verwarngelder für den Fall an, dass die Grünen ihre Pläne umsetzen. "Auch bei Kreide-Graffiti handelt es sich um eine Verschmutzung der Stadt", sagte Robert Kilp, Chef des Kölner Ordnungsamtes, auf Anfrage von RP Online.

Für ein einzelnes Graffiti sei mit einem Knöllchen von 35 Euro zu rechnen. "Wenn wir auf einer Straße mehrere finden, wird es teurer", sagte Kilp. Bei der Wahlwerbung handele es sich um eine Sondernutzung, die in Köln nicht genehmigt werde. Auch ein Sprecher der Stadt Düsseldorf erklärte, der Kommunalwahlkampf mit der Sprühdose sei nicht erwünscht.

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Die Idee mit der Kreide-Aktion kommt aus der kommerziellen Werbung und nennt sich "Guerilla-Marketing" . Ziel ist es, mit geringem Aufwand einen nachhaltigen Überraschungseffekt zu erzielen.

Die Profi-Werber wissen, dass ihre provokanten Aktionen oft gegen das Ordnungsrecht verstoßen, nehmen aber die meist geringen Verwarngelder billigend in Kauf.

Bodo Löttgen, Generalsekretär der CDU, sagte, der Unterschied zwischen Sprühkreide und echter Farbe sei für Laien nicht zu erkennen. Die Grünen suggerierten, man könne straffrei öffentlichen Raum verunstalten. Die CDU setze auf persönliche Kommunikation und den direkten Kontakt mit den Menschen vor Ort. "Ich hoffe nicht, dass am Ende der Steuerzahler die Entfernung dieser angeblich ökologisch unbedenklichen Werbeaktion der Grünen bezahlen muss", sagte Löttgen. Laut Herstellerangaben ist die Sprühkreide (wird ab fünf Euro pro Dose angeboten) umweltfreundlich und löst sich durch Regen und Witterungseinfluss nach einigen Tagen auf.

Im Mittelpunkt des Grünen-Wahlkampfs bei der Kommunalwahl am 25. Mai stehen die Themen Klimaschutz und Energiepolitik, Bildung und gesellschaftliche Vielfalt. Die Basis habe darüber entschieden, welche Kernanliegen der Grünen sich auf den Plakaten wiederfinden sollen, sagte die Parteivorsitzende Monika Düker. Dabei haben man aus Fehlern der Kampagne für die Bundestagswahl gelernt. Damals hatte vor allem ein Plakat mit dem Slogan "Meine Mudda wird Chef" intern für Kritik gesorgt.

Auch die Mobilität durch den öffentlichen Personennahverkehr soll im Wahlkampf eine wichtige Rolle spielen, sagte Grünen-Landeschef Sven Lehmann. Besonders bei den Menschen in den Städten habe das Auto als Statussymbol an Bedeutung verloren.

Die Grünen wollen sich bei der Kommunalwahl am Ergebnis der Abstimmung von 2009 orientieren. Damals hatte die Partei mit zwölf Prozent der Stimmen ein Rekordergebnis erzielt und 1986 Mandate gewonnen. In den münsterländischen Städten Telgte und Rhede stellen sie den Bürgermeister.

Hier geht es zur Bilderstrecke: NRW-Grüne machen mit Sprühkreide Wahlwerbung

(gmv)