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Grüne: Lernplattform Logineo muss auf den Prüfstand​

Digitale Bildungspolitik in NRW : Grüne wollen Lernplattform Logineo auf den Prüfstand stellen

Die landeseigene Lernplattform Logineo wird von rund 60 Prozent der Schulen genutzt. Doch weiterhin fehlen Funktionen. Die Grünen stellen das Projekt nun in Gänze infrage. Auch der Lehrerverband übt Kritik.

Während CDU und Grüne hinter verschlossenen Türen sondieren, gibt es bei einem Kritik vonseiten der Grünen am bisherigen Kurs bei der Digitalisierung in der Bildungspolitik. Die Bildungs- und Digitalexperten, Sigrid Beer und Matthi Bolte-Richter, verlangten Auskunft darüber, wie es um die geplante Aufwertung des Schulfachs Informatik bestellt sei. Zudem wollten sie wissen, wie zukunftsfähig die landeseigene Schulplattform Logineo NRW ist.

Bei der Frage nach der Informatik-Aufwertung verwies die geschäftsführenden Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) in ihren Antworten, die unserer Redaktion vorliegen, auf die Kultusministerkonferenz. Dort habe das Land das Anliegen vorgebracht. Hoffnungen auf Ergebnisse machte sie jedoch für frühestens 2023. Logineo komme in rund 60 Prozent der Schulen zum Einsatz. Geplant sei, die bislang drei Systeme zu einem zusammenzufassen und die Nutzerfreundlichkeit zu erhöhen. „Zukünftig sind noch mehr Erweiterungen der Logineo Produktfamilie in den Bereichen kollaborative Zusammenarneit im Schulalltag, Unterstützung durch Unterrichtswerkzeuge und in der digitalen Organisation von alltäglichen Verwaltungsaufgaben geplant“, so Gebauer.

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Grünen-Politikerin Beer sprach von Nebelkerzen, die davon ablenken sollten, dass Logineo offensichtlich immer noch nicht zufriedenstellend funktioniere. Zwar könne es von den Lehrkräften für Verwaltungszwecke genutzt werden, doch für den pädagogischen Einsatz stehe das Hauptsystem bis zum heutigen Tag nicht zur Verfügung. „Es ist nicht zu erkennen wie die bisherigen Fehler, zum Beispiel in Bezug auf das Benutzermanagement und maßgebliche, notwendige Programmbausteine, angegangen werden sollen. Dabei hat gerade die Corona-Pandemie gezeigt, wie wichtig ein gut funktionierendes digitales Angebot für den Unterricht ist“, kritisierte Beer. Es helfe nicht, nur neue Pflaster aufzulegen, wenn Basiskonstruktionsfehler nicht offen diskutiert würden. „Das ganze System muss dringend auf den Prüfstand.“

 Der Präsident des nordrhein-westfälischen Lehrerverbands, Andreas Bartsch, stimmt in die Kritik mit ein – etwa beim Datenschutz. „Derzeit ist eine Arbeitskontrolle durch die Schulleitung möglich. Rechte und Rollen sollten hier noch einmal überdacht werden.“ Zudem bestünden Sicherheitslücken. „Daran soll zwar gearbeitet werden, aber bislang ist es weiterhin möglich, dass Schüler den Link an Dritte weitergeben können.“ Das öffne Missbrauch Tür und Tor. Ein weiteres Problem sei die mangelnde Benutzerfreundlichkeit. „Ziel war ja ursprünglich, ein eigenes Videokonferenz-Tool zu bekommen. Das ist aber immer noch nur durch Hinzuziehung externer Angebote möglich.“ Zudem müsse das Land dringend die Serverkapazitäten ausweiten. „Zu Stoßzeiten kann das System immer noch nicht ruckelfrei arbeiten. Das gilt es schnell abzufedern“, forderte der Verbandspräsident. „Außerdem muss Logineo in die Lage versetzt werden, niedrigschwellig mit anderen Anwendungen zu funktionieren. Gleiches gilt für die Vereinheitlichung von Datenbanken.“