Grüne fordern von Pinkwart Erweiterung des NRW-Gründerstipendiums

1000 mal 1000 : Grüne fordern Erweiterung des Gründerstipendiums

Das Interesse am Gründerstipendium der schwarz-gelben Landesregierung ist groß. Selbst die Opposition lobt das Förderprogramm, fordert aber eine Weiterentwicklung.

Das Interesse am von der Landesregierung eingeführten Gründerstipendium übertrifft die vorhandenen Kapazitäten deutlich. Das NRW-Wirtschaftsministerium ging nach der Einführung im vergangenen Jahr von 600 Stipendiaten in den ersten zwölf Monaten aus. Stattdessen lagen zum Stichtag 1. Juli zuletzt 1359 Bewerbungen vor von denen 983 Personen sogar eine Förderempfehlung erhielten.

Das Gründerstipendium wurde im vergangenen Jahr von CDU und FDP eingeführt, um mehr Gründungen in NRW zu ermöglichen. Wer ein Stipendium bekommt, wird vom Land ein Jahr lang monatlich mit 1000 Euro unterstützt. Mittelfristig sollen 1000 Gründer pro Jahr ein solches Stipendium bekommen (Werbebotschaft: 1000 mal 1000).

Dem Ziel, jährlich 1000 Gründer zu unterstützen ist man dabei bereits im ersten Jahr näher gekommen als geplant: Zum Stichtag 1. Juli hatten 907 Gründer einen Antrag auf Förderung gestellt, 785 hatten bereits ein Gründerstipendium bewilligt bekommen. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen hervor.

Das Programm wird offenbar auch überproportional stark von Frauen genutzt. Beim Deutschen Start-up-Monitor, der zwar nicht repräsentativen, aber detailliertesten Gründerbefragung in Deutschland, lag der Frauenanteil bei den Start-up-Gründern in NRW zuletzt bei 10,8 Prozent. Beim Gründerstipendium ist er doppelt so hoch. „Der Anteil der Stipendiatinnen steigt kontinuierlich und liegt derzeit bei 21,6 Prozent“, heißt es in der Antwort auf die kleine Anfrage.

Allerdings: Während beim Deutschen Start-up-Monitor nur Gründungen gewertet werden, die aufgrund ihrer Technologie oder ihres Geschäftsmodells als innovativ gelten, steht das Gründungsstipendium grundsätzlich jedem Gründer offen. In Branchenkreisen ist zu hören, dass je nach Jury und Standort mal mehr und mal weniger stark auf die wirkliche Innovationskraft einer Gründung geachtet wird.

"Das Gründerstipendium ist ein gutes Instrument, um technologisch und sozial innovative Start-ups zu fördern“, sagt daher Matthi Bolte-Richter, digitalpolitischer Sprecher der Grünen: „Minister Pinkwart bleibt allerdings den Nachweis schuldig, dass tatsächlich diese Zielgruppe profitiert. Die schwammigen Förderkriterien des Ministeriums legen den Verdacht nahe, dass es zur allgemeinen Gründungsförderung genutzt wird.“

Um wirklich innovative Geschäftsideen zu entwickeln, sei ein Jahr zudem knapp bemessen. „Wir fordern deshalb eine Anschlussunterstützung, etwa durch ein auf die Alumni des Gründerstipendiums fokussiertes Darlehensprogramm“, sagt der Grünen-Politiker.

Mehr von RP ONLINE