1. NRW
  2. Landespolitik

Großkonzert in Düsseldorf erhält Zusage unter Vorbehalt

13.000 Zuschauer trotz Corona : Großkonzert in Düsseldorf erhält Zusage unter Vorbehalt

Die Veranstaltung in der Düsseldorfer Arena darf grundsätzlich am 4. September stattfinden. Sollten die Infektionszahlen aber zu hoch sein, kann sie noch vier Tage vorher abgesagt werden.

Das umstrittene Konzert in der Düsseldorfer Merkur-Spiel-Arena am 4. September darf stattfinden. Darauf haben sich das Land NRW, die Stadt Düsseldorf und der Konzertveranstalter Marek Lieberberg verständigt. Alle Seiten betonen in einer gemeinsamen Erklärung die „sehr konstruktive und sachliche Atmosphäre“ der Gespräche. Man habe sich darauf verständigt, das Infektionsgeschehen gemeinsam weiter zu beobachten, in diesem Licht noch offene Fragen zu klären und spätestens bis zum 31. August eine abschließende Entscheidung zu treffen, ob die Veranstaltung tatsächlich stattfinden kann.

Das Konzert soll laut Lieberberg den Neustart des Live-Entertainments bilden. Maximal  13.000 der möglichen 50.000 Plätze in der Arena dürfen verkauft werden. Ein Programm über 150 Minuten ist geplant, es sollen unter anderem Bryan Adams und Sarah Connor auftreten.

Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) wies in der Stellungnahme auf die  aktuellen Infektionszahlen in NRW hin. Derzeit seien bezogen auf die vergangenen sieben Tage 13,7 von 100.000 Einwohnern mit Corona infiziert. „Im Vergleich mit anderen Landeshauptstädten liegt Düsseldorf mit einer Inzidenz von 18,7 auf dem zweiten Platz bei den Infektionen“, sagte Laumann. Solange sich das Infektionsgeschehen auf hohem Niveau bewege, könne eine Musikveranstaltung in dieser Größenordnung nicht stattfinden. Im Sinne der konstruktiven Gespräche der letzten beiden Tage und in Anerkennung des gewissenhaften Konzepts für den Bereich der Arena gebe es jetzt jedoch noch keine abschließende Entscheidung.

Laumann hatte nach Bekanntwerden des Konzerts in der vorigen Woche Zweifel an der rechtlichen Grundlage der Genehmigung angemeldet und die Unterlagen der Stadt Düsseldorf zur Prüfung angefordert. Laumann und Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kritisierten, dass sich Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) nicht mit der Landesregierung abgestimmt habe. Laschet, der sich „mehr Sensibilität“ gewünscht hätte, sagte, er halte das Konzert „für kein gutes Signal“.

Experten des Gesundheitsministeriums hatten in den vergangenen Tagen  das Hygienekonzept für das Konzert fachlich geprüft. Vorbehaltlich einiger Fragen handele  es sich um ein fachlich durchdachtes Konzept, das den Anforderungen des Infektionsschutzes für den Bereich der Arena angemessen Rechnung trage, lautete ihr Urteil.

 Düsseldorf war nicht der einzige mögliche Austragungsort für das Konzert. Lieberberg, dessen Unternehmen Live Nation in Franfurt am Main sitzt, hatte erst dort den Testlauf für die Live-Branche starten wollen. Das Hygiene-Konzept sei genehmigt worden, sagte Lieberberg, Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier habe das Projekt unterstützt. Der Umweltdezernent habe das Konzert dann aber mit Verweis auf das allgemeine Veranstaltungsverbot abgelehnt.

Bernhard Lewkowicz, Chef des Düsseldorfer Konzertveranstalters Concertteam, sieht in der Entscheidung für das Großkonzert noch kein ermutigendes Signal. „Die Veranstaltung rechnet sich in keiner Weise“, sagt er. Beteiligte Künstler hätten bereits erklärt, sie würden dort ohne Gage auftreten. Politiker könnten übersehen, „dass Großkonzerte unter den jetzigen Auflagen wirtschaftlich nicht darstellbar sind.“