NRW-Bauminister Groschek nennt Vorgänger "Wahlkampfrowdys"

Düsseldorf · Der Streit um die von der rot-grünen Landesregierung geplanten Kürzungen beim Denkmalschutz verschärft sich. Anlass ist ein kritischer Brief, den NRW-Bauminister Michael Groschek (SPD) von seinen Amtsvorgängern Lutz Lienenkämper und Oliver Wittke (beide CDU) erhalten hat.

 Michael Groscheks Amtsvorgänger werfen ihm vor, den Denkmalschutz in NRW zum Erliegen zu bringen.

Michael Groscheks Amtsvorgänger werfen ihm vor, den Denkmalschutz in NRW zum Erliegen zu bringen.

Foto: dpa, Daniel Naupold

"Zwei Ex-Minister als Wahlkampfrowdys werden dem neuen Darlehensprogramm für die Denkmalförderung nicht gerecht", sagte Groschek zu dem Anschreiben. Das neue Programm habe "die Chance verdient, erst einmal anzulaufen und sich zu bewähren".

Lienenkämper und Wittke hatten dem Bauminister vorgeworfen, den Denkmalschutz in NRW zum Erliegen zu bringen. Die Einsparbeträge stünden "in keinem Verhältnis zu den negativen Auswirkungen vor Ort". Groschek lege "Hand an die kulturellen Wurzeln" des Landes.

Viele der oft stadtteilprägenden Kirchenbauten könnten auch mit Programmen der NRW.Bank nicht erhalten werden. "Als ehemalige für den Denkmalschutz verantwortliche Minister haben wir kein Verständnis dafür, dass Sie sich zum Totengräber der Denkmalpflege in Nordrhein-Westfalen machen", schreiben die Unionspolitiker.

Ein Sprecher des Bauministeriums wies darauf hin, dass sich Groschek nur zu dem an ihn persönlich gerichteten Brief äußere, weil die Ex-Minister ihr Anschreiben veröffentlicht hätten. In NRW gibt es rund 80.000 Baudenkmäler, etwa 5800 Bodendenkmäler und mehr als 800 bewegliche Denkmäler — dazu zählen Lokomotiven, Schiffe und Hafenkräne.

(gmv)
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